Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Taten statt Worte!

von Matthias Nückel 

Es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem Politiker in Deutschland nicht Religionsfreiheit fordern oder mehr Schutz für Christen. Das ist gut so, denn schließlich sind die Christen die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft in der Welt.

In vielen Ländern werden Christen unterdrückt. Sie leiden unter Terror und Diskriminierung. Zum Teil sind es offizielle staatliche Aktionen. Zum Teil ist die Verfolgung zwar nicht staatlich legitimiert, aber die jeweiligen Regierungen schützen die Christen nicht genug vor der Gewalt terroristischer Gruppen.

Wenn es allerdings konkret wird mit dem Einsatz für verfolgte Christen, dann lässt die Politik in Deutschland ihren Worten keine Taten folgen. So forderte der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky, Deutschland möge doch mehr schutzbedürftigen Christen aus dem Irak Asyl gewähren.

Das jedoch lehnt Bundesinnenminister Thomas de Maziére ab. Der CDU-Politiker ließ über seine Sprecherin verlauten, es gelte „vielmehr, alles zu tun, um den irakischen Christen eine Zukunft in ihrer angestammten Heimat zu ermöglichen“. Das mag zwar vom Grundsatz her richtig sein, ist aber praktisch unmöglich.

Die Amerikaner werden sich über kurz oder lang aus dem Irak zurückziehen. Die irakische Regierung ist nicht in der Lage, die Christen wirksam zu schützen und Religionsfreiheit zu sichern. So bleibt den Christen leider nur die Auswanderung oder Flucht.

Wer den Schutz von Christen fordert, muss den Worten auch Taten folgen lassen. Und das heißt in diesem Fall: Wir müssen die irakischen Christen aufnehmen, solange sie verfolgt werden.


24.05.2012
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