Wegkreuz am Lörmecke-Turm errichtet
Symbol der Liebe Gottes
Warstein. An keinem anderen Ort im Stadtgebiet von Warstein sei der Himmel so nah wie auf dem Lörmecke-Aussichtsturm am Plackweg, heißt es. Dass an dieser Stelle, an der seit der Eröffnung der Sauerland-Waldroute im vergangenen Jahr so viele Wanderer und Touristen vorbei kommen, ein Wegkreuz fehlte, daran lässt Pfarrer i. R. Karl Henke keine Zweifel aufkommen.
von Dirk Lankowski
Fast ein halbes Jahrhundert lang war der gebürtige Warsteiner Karl Henke in Oerlinghausen als Seelsorger tätig, doch wenn er in seiner Freizeit nach Warstein kam und über den Plackweg wanderte, schwirrte dem damals jungen Pfarrer die Idee von einem Wegkreuz an dieser Stelle durch den Kopf. Am ersten Mai war es endlich soweit und der 81-Jährige konnte seine Vision verwirklichen. In einem festlichen Gottesdienst wurde am höchsten Punkt im gesamten Arnsberger Wald zwischen Warstein und Eversberg ein großes Kreuz aufgestellt.
In Zeiten, in denen die „Symbole der Liebe Gottes“ immer mehr aus dem alltäglichen Leben verschwinden, wollte Karl Henke ein Zeichen setzen. „Ausgerechnet an dieser Stelle, wo im Laufe des Tages viele Menschen vorbei kommen, haben wir ein Kreuz aufgestellt“, erklärte der Seelsorger, obwohl Kreuze doch heute „nicht mehr als zeitgemäß gelten.“ Doch am Tag des Heiligen Josef pilgerten 250 Gläubige aus Eversberg und Warstein zum Lörmecketurm, um der Errichtung des Kreuzes im festlichen Gottesdienst beizuwohnen.
Das Kreuz besteht nicht nur aus zwei Holzbalken, sondern trägt einen Korpus, geschaffen vom Künstler Berthold Müller-Oerlinghausen. Eine enge und gute Freundschaft verband Pfarrer Karl Henke mit dem in Oerlinghausen geborenen Bildhauer, weshalb er den Korpus als Geschenk erhielt. In seinem Geburtsort tat sich Berthold Müller-Oerlinghausen bei der Gestaltung des einzigen Gotteshauses hervor. Für die ersten 30 Katholiken – im Jahr 1922 trat Müller-Oerlinghausen in Berlin vom Protestantismus zum Katholizismus über – hatte er dort eine Kapelle gestaltet.
Pfarrer Karl Henke will mit der Errichtung des Kreuzes auch ein Zeichen setzen. Trotz des Idylls im Wald appellierte er mit mahnenden Worten: „Wir leben in keiner heilen Welt mehr, ein Kreuz ist immer mehr ein Stück des Widerspruchs.“ Vom Lörmecketurm aus könne man ein „wunderschönes Panorama“ bewundern, so Henke, doch der Blick schweife über die Wirklichkeit mit Not, Kriegen und Umweltzerstörungen.
„Eigentlich hätte die große Eiche noch lange stehen können, doch der Orkan Kyrill hat sie gefällt“, berichtete Henke über das Holz für die Kreuzbalken. Die Menschen müssten sich „ihrer Verantwortung vor Gottes großer Schöpfung bewusst werden“. In seiner Predigt erläuterte Karl Henke auch die Bedeutung des Korpus, ein Originalabguss für ein großes Kreuz in einer Kirche in Euskirchen. „Dieser Korpus ist jenseits von Tod und Qualen“, so Henke in seiner Deutung zum Werk seines Freundes. „Zeitlos und jung“ recke der Gekreuzigte das Kinn gen Himmel und „hebe triumphierend die Arme über den Tod“.
Für die Pfarrgemeinden und die Stadt dankten Pastoralverbundsleiter Thomas Wulf und Warsteins Bürgermeister Manfred Gödde allen beteiligten Helfern, vor allem aber Pfarrer i. R. Karl Henke. „Für dieses Gedenken von Karl Henke, der ein echter Warsteiner Jung ist, gilt unser Dank“, so Gödde.







