Aktuelle Ausgabe
2012-20

Pastoralverbund Brackwede-Quelle-Ummeln möchte menschliche Lichterkette bilden

Steilvorlage für den Frieden

Möchten in Bielefeld am kommenden Sonntag gemeinsam ein Zeichen des Friedens setzen (v. l.): Pfarrer Herbert Bittis, Pastoralverbundsleiter Hubert Maus, Jenna Bokermann vom DPSG Stamm Liebfrauen Bielefeld, Gemeindereferentin Regina Beissel und Pfadfinderin Jessica Pade. Foto: Niggenaber

Bielefeld. „Licht bringt Frieden – und wir bringen das Licht“: Unter diesem Motto werden sich die Pfadfinder des Stammes Liebfrauen Bielefeld am kommenden Sonntag, 12. Dezember, auf den Weg nach Dortmund machen, um das Friedenslicht aus Bethlehem mit dem Zug nach Ostwestfalen zu bringen. Einer zentralen ökumenischen Aussendungsfeier um 18.30 Uhr in der Liebfrauenkirche soll sich an diesem Tag jedoch noch ein weiteres Highlight anschließen.  

von Stefan Niggenaber 

Denn der Pastoralverbund Brackwede-Quelle-Ummeln hat den Ball aus der Steilvorlage der Pfadfinder bereits aufgenommen – und möchte mit eben diesem Friedenslicht unter der Hilfe von Firmlingen, Ministranten, Jugendlichen und „allen Menschen guten Willens“ eine möglichst lange Lichterkette auf der Hauptstraße Brackwede bilden.

Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen, erzählt Pfarrer Herbert Bittis im Gespräch mit der Redaktion. Ein Zeichen das deutlich mache: „Wir stehen gemeinsam für den Frieden ein. Denn der Weltfriede beginne nun einmal vor Ort, sagt Bittis, „und wir Christen wollen mit Gott neu aufbrechen“. Deshalb habe man sich als Pastoralverbund gerne in die Aktion der heimischen Pfadfinder eingereiht, sie kurzerhand auch mit der Firmvorbereitung verknüpft. Herbert Bittis: „Jugendliche sollen in unserer Vorbereitung eine bestimmte Qualität des Mit-ein-anders erfahren – des Gebets, des Singens und Sprechens.“ Mit wachem Instinkt erspürten sie dabei die Gegenwart Gottes. Und dort, wo Jugendliche eben diese Erfahrungen finden und von ihr berührt werden, seien sie – wie man ihnen teils unberechtigt vorwerfe – eben nicht beliebig und bindungsunfähig, „sondern engagiert und begeistert“. 

Erst so werde Kirche zu einer Erfahrung der Gegenwart Gottes, schließt sich Pastoralverbundsleiter Hubert Maus an. Und dass diese Kirche mit Jugendlichen etwas auf die Beine stellen kann, das wollen die Organisatoren auch am kommenden Sonntag beweisen. Dann nämlich seien alle Bielefelder gefragt, sich dieser Friedensbotschaft im Kollektiv anzuschließen. Nach der Licht-Aussendungsfeier der DPSG in der katholischen Liebfrauen-Gemeinde in Bielefeld-Mitte planen die Organisatoren um 19 Uhr ein Friedensgebet in der katholischen Herz-Jesu-Kirche Brackwede, wo um kurz nach 19 Uhr dann auch das Friedenslicht aus Bethlehem eintreffen soll. 19.30 Uhr schließt sich die menschliche Lichterkette auf dem Gehsteig der Hauptstraße an, ehe sich ab 20 Uhr bei Glockengeläut wieder auf dem Kirchenvorplatz getroffen werde, um sich bei einem Kriegsfilm, der die letzten Minuten vor einem atomare Feuersturm dokumentiert, gemeinsam Gedanken über den Frieden zu machen.

Bereits zum zwölften Mal holen die katholischen Pfadfinder des Stammes Liebfrauen als offizieller „Carrier“ das Friedenslicht nach Bielefeld. An durchschnittlich 100 bis 180 Gläubige wird das Licht dann jeweils in einer zentralen Aussendungsfeier an Bielefelder Gemeinden, andere Pfadfinderverbände und Freunde des Friedenslichts im Schneeballsystem weitergegeben. Die Pfadfinder verteilen es außerdem nach seiner Ankunft an verschiedene soziale Einrichtungen, Kindergärten, Altenheime, und Krankenhäuser, um mit dem Licht möglichst viele Menschen zu erfreuen. In den vergangenen Jahren wurde das Friedenslicht u.a. in die JVA Brackwede sowie in zwei Wohneinrichtungen für behinderte Menschen, den Laichbachhof und den Siegmarshof, gebracht.


24.05.2012
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