Bielefelder St.-Jodokus-Kirche soll nach aufwendiger Renovierung in neuem Glanz erstrahlen
„Spüren, dass Kirche hier Zukunft hat“
Bielefeld. Die Renovierungsarbeiten in St. Jodokus gehen voran. Und wie: In jeder Ecke tummeln sich Handwerker. Es wird geschraubt, gehämmert, gebohrt. Und inzwischen ist die Kirche am Klosterplatz bereits vollständig ausgeräumt. Die Kunstwerke sind geborgen, die Beleuchtung abmontiert, die Bänke werden überarbeitet. „Und schon bald können die Gerüste aufgestellt werden“, freut sich Pfarrer Josef Holtkotte und erzählt, was in St. Jodokus in den vergangenen Wochen passiert ist und wie es dort in den kommenden Monaten weitergehen soll.
von Stefan Niggenaber
Seit Ende Juli sei die St.-Jodokus-Kirche nun schon geschlossen, doch bislang habe noch kein Gottesdienst aufgrund der Renovierungsarbeiten ausfallen müssen. Die Werktagsgottesdienste feiere man während der etwa sechsmonatigen Bauphase in der Krankenhauskapelle am Klösterchen, die Sonntagsmessen in der zum Pastoralverbund gehörenden St.-Liborius-Kirche. „Das klappt bisher tadellos“, bilanziert Josef Holtkotte zufrieden.
Doch während die Gläubigen in die benachbarten Gotteshäuser ausweichen, kreist in ihrer Heimatgemeinde der Hammer – und das nicht zu knapp: Auf nahezu zwei Millionen Euro beliefen sich die Baukosten insgesamt, weiß Architekt Ludwig Kegel zu berichten. Etwa die Hälfte davon schieße das Erzbistum zu, den Rest steuere die Kirchengemeinde selbst bei – „überwiegend finanziert aus Spenden und Ersparnissen“, fügt Pfarrer Josef Holtkotte hinzu und erklärt: „Wir glauben und spüren einfach, dass Kirche hier Zukunft hat.“ Deshalb wolle man die Kirchengemeinde durch die Baumaßnahmen fit machen für die Zukunft.
Derweil haben Pfarrer Holtkotte und sein Planungsteam spannende Ideen entwickelt, um einzelne Elemente der St.-Jodokus-Kirche künftig noch stärker in Szene zu setzen. So soll es neben einem neuen Tabernakel und zwei neuen Altären in Zukunft auch kleine Wandnischen für Opferlichter geben, ausgerüstet mit einer Absaugung, damit die umliegenden Wände nicht mehr so stark verrußen. Außerdem würden zwei Fenster zum benachbarten Kloster wieder geöffnet und viele weitere Details liebevoll hervorgehoben. Nicht zuletzt freue man sich auf die neuen Altäre und Tabernakel von Prof. Norbert Rademacher aus Berlin. „Wir wollen die Qualität unserer Kirche, den gotischen Ursprung, einfach noch mehr hervorheben und damit die Schönheit unseres Gotteshauses deutlich machen“, bringt es der Bielefelder Pfarrer auf den Punkt.
Den geplanten Zeitrahmen – auch wenn dies Pfarrer Josef Holtkotte nicht ganz so gerne hört – werde man jedoch eventuell sprengen, sagt Architekt Ludwig Kegel. „Weihnachten wird knapp“, gibt der Experte zu bedenken. Nach der großen Räumungsaktion müsse nun zunächst der Fußboden raus, es folgten diverse Elektroinstallationen, „die Gerüste müssen aufgebaut werden“. Dann stünden die Reinigung der Wände und viele, viele Malerarbeiten auf dem Programm, ehe der Fußboden abgeschliffen und alles wieder aufgebaut und eingeräumt werde.
Unterm Strich nehme er die Verzögerungen aber gerne in Kauf, sagt Pfarrer Holtkotte. Hauptsache im kommenden Jahr strahle die Kirche in neuem Glanz. Dann nämlich stünde der 500. Kirchengeburtstag auf dem Programm. Und auch dazu haben sich die Verantwortlichen viel vorgenommen. Alle Gemeinde-Gruppen beteiligen sich am Jubiläum. So sollen in jedem Monat Akzente gesetzt werden können, ehe am 10. Juli 2011 der Erzbischof zur offziellen Feier erwartet werde.







