Aktuelle Ausgabe
2012-20

Im Pastoralverbund Brackwede-Quelle-Ummeln spricht Firmvorbereitung eine neue Sprache

Spielplan soll für Firmung begeistern

Gemeinsam haben Pfarrer Herbert Bittis (l.), Gemeindereferentin Regina Beissel und Pastoralverbundsleiter Hubert Maus ein völlig neues Konzept zur Firmvorbereitung im Pastoralverbund Brackwede-Quelle-Ummeln entwickelt. Foto: Niggenaber

Bielefeld. Frisch, jung, abwechslungsreich – und von der klassischen Firmvorbereitung weit entfernt: Um Jugendliche im Pastoralverbund Brackwede-Quelle-Ummeln für das Sakrament der Firmung zu begeistern, gehen Pfarrer Herbert Bittis und sein Pastoralteam in diesem Jahr völlig neue Wege, lassen sich auf ein spannendes Experiment ein. So kommt die Terminübersicht unter dem Titel: „Spielplan Firmung“ erstmals kunterbunt im praktischen Scheckkarten-Format fürs Portemonnaie daher. Und auch inhaltlich spricht das Konzept eine neue, moderne Sprache –, und zwar die der Jugend. 

von Stefan Niggenaber 

Grundsätzlich sei es eine große Herausforderung, sich neue Konzepte für die künftige Zusammenarbeit im Pastoralverbund zu erarbeiten, sagt Pfarrer Herbert Bittis – auch und vor allem im Jugendbereich: „Da treffen zum Teil junge Menschen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Verhältnissen aufeinander“. Diese müssten natürlich nun irgendwie alle „unter einen Hut“ gebracht werden. Was liege da näher, Jugendlichen den Glauben in „ihrer“ Sprache näher zu bringen. Und warum eigentlich nicht über die „Erlebnis-Schiene“, fragt Herbert Bittis rhetorisch, der mit seinem engagierten Team für die Firmung und den Glauben begeistern und dabei die Frage stellen will: „Nicht was ist Gott, sondern wie ist Gott?“ Derweil müsse sich jeder einzelne Firmling angesprochen fühlen, dafür begeistert werden, Teil eines Großen werden zu können und nicht zuletzt das Gefühl vermittelt bekommen, „dass das, was da vorne in der Kirche passiert, etwas mit dem eigenen Leben zu tun hat“.

Die Liste der Ansprüche und Anforderungen an eine gute Firmvorbereitung ist im Pastoralverbund Brackwede-Quelle-Ummeln also offenbar lang. Doch das hielt Pfarrer Herbert Bittis, Pastoralverbundsleiter Hubert Maus und Gemeindereferentin Regina Beissel nicht davon ab, die eigenen Köpfe einmal ordentlich qualmen zu lassen, im Gegenteil: Gemeinsam habe man sich im Team Gedanken gemacht, sich dabei auch intensiv mit der Sinusmilieu-Studie auseinandergesetzt. Und letztlich sei man zu folgendem Schluss gekommen: An der Firmvorbereitung muss sich etwas ändern.

Gesagt, getan: Der „Spielplan Firmung“ gleicht mittlerweile einem ereignisreichen Veranstaltungskalender, gespickt mit vielfältigen Terminen in Form von Einladungen zum Beten, Singen, Schweigen, die Bibel lesen, aber auch Gemeinschaft zu erleben, Jesus kennenzulernen und Gottesdienste zu feiern. Mittlerweile hängt beispielsweise ein Meditationstuch in der St.-Michael-Kirche in Ummeln, das durch die Firmvorbereitung begleiten soll. Zweimal im Monat treffen sich die jungen Firmbewerber und Gemeindeglieder, um zusammen vor dem Tuch zu beten. Beim zweiten Abendgebet ist zusätzlich ein gemeinsames Abendessen geplant. Das Pastoralteam erhofft sich derweil eine „Ästhetik des Mahlhaltens, ähnlich wie es Jesus getan hat. Beim Essen, oder besser danach, kommt man miteinander ins Gespräch“, spinnt Herbert Bittis die Idee weiter.

Auch mit der so genannten Nicodemus-Zeit, einem Firmtag mit Übernachtung im Gemeindehaus St. Michael, oder den geplanten Klosterwochenenden bei den Benediktinern im Kloster Gerleve wolle man in diesem Jahr Akzente setzen, ehe die Firmvorbereitung immer wieder mit zahlreichen Highlights gespickt werden soll. So wird den Bielefelder Pastoralverbund in den Abendstunden des 12. Dezember beispielsweise das Friedenslicht aus Bethlehem erreichen, mit dem dann vor Ort ein ausdrucksstarkes Zeichen des Friedens gesetzt werden soll. Alle Firmbewerber und Jugendlichen aus Bielefeld und „alle Menschen guten Willens“, so Pastoralverbundsleiter Hubert Maus, seien dann herzlich eingeladen, mit einer brennenden Kerze für den Frieden auf die Bielefelder Straßen zu gehen. 


24.05.2012
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