Im Herner Marienhospital schlüpften Schüler in die Rolle von Ärzten und Pflegern
„Spielend“ behandelt
Herne. Nicht nur dabei sein, sondern mittendrin im Geschehen eines Krankenhauses durften 20 Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen in Herne. Im ersten „Sommercamp“ am Marienhospital in Sodingen konnten sie vier Tage lang die Geschicke „ihrer Parienten“ – alle ebenfalls Schüler - ganz praktisch in die Hand nehmen und sie als Arzt, Krankenschwester oder Röntgenassistentin „behandeln“.
Von der Einlieferung in die Notaufnahme und der Erstversorgung bis zur Erfassung der persönlichen Daten und der Betreuung auf der Station: Den Schülern blieb (fast) nichts verborgen. Initiiert hat das „Planspiel Krankenhaus“ die Stiftung Marienhospital Herne aus Anlass ihres 125-jährigen Bestehens. Mit dem Sommercamp sollen die Schüler, die sich für Berufe im Krankenhaus interessieren, angesprochen werden. Die Stiftung wollte damit einen Beitrag zur Berufsorientierung junger Menschen leisten.
Mareike Dören (16) fungiert im Rollenspiel als Krankenschwester. Sie weiß nach dem Ende der zehnten Klasse auf dem Haranni-Gymnasium schon ganz genau, was sie einmal werden möchte: „Ich möchte ins Labor.“ Sie interessiert sich für das Thema „DNA“. Zuerst will sie Biologie studieren und sich danach auf Humangenetik spezialisieren. Ihre Klassenkameradin Melina Mauck spielt im Sommercamp Röntgenassistentin. Im richtigen Leben wäre das aber nichts für sie. Sie möchte lieber in der Verwaltung arbeiten oder im Apotheken-Einkauf.
Philip Großeberkenbusch sitzt zur Probe im Rollstuhl und schaut sich Röntenbilder an. Ein WDR-Team interessiert sich ebenfalls für das Sommercamp und bespricht mit ihm die Regieanweisungen. Der 17-Jährige ist mit Feuereifer bei der Sache. Im Krankenhaus zu arbeiten, kann er sich dennoch nicht so gut vorstellen. Sein Wunschberuf heißt: Eventmanager. Das Sommercamp gefällt den jungen Leuten, weil sie viele Bereiche anschauen können und alles erklärt bekommen. Sie erhalten Einblicke hinter die Kulissen eines Krankenhauses, wie sie sonst nicht so leicht möglich sind.
EDV, Heizungsanlage, Kostenstelle: An den ersten von vier Tagen stand Theorie auf dem Stundenplan. Am zweiten Tag wurde dann „am Patienten“ gearbeitet. Was darf er essen? Wie wird gewährleistet, dass er das richtige Essen bekommt? Wie wird ein Patient untersucht und wie ein richtiger Gips angelegt.
Das Interesse der Schüler ist riesig. Irmgard Sicking ist für die Koordination des Camps zuständig und freut sich, dass es so gut angenommen wird. Beide Camps zu Beginn und zum Ende der Ferien waren rasch ausgebucht. Im nächsten Jahr will das Marienhospital wieder ein Sommercamp anbieten. ip







