Aktuelle Ausgabe
2012-20

Das Gespräch mit den Kunden ist den Mitarbeitenden im Warenkorb Olpe wichtig

Sogar eine Ehe „gestiftet“

Kurz vor der Lebensmittelausgabe sind die Regale im Warenkorb in Olpe noch gut gefüllt. Margret Schmidt und Lieselotte Harnischmacher (v. li.) erwarten die ersten „Kunden“. Foto: Petri

Olpe. „Es gibt nichts Gutes – außer man tut es“ lautete das Motto, mit dem am 24. Mai 2000 in Olpe der erste Öffnungstag des ökumenischen Warenkorbes angekündigt wurde. Seitdem gaben ehrenamtlich Mitarbeitende zweimal im Monat im evangelischen Gemeindehaus Lebensmittel an Menschen ab, die der Unterstützung bedürfen. In den Räumen wurde es jedoch zunehmend zu eng. Daher ist die Initiative froh, dass nun in neu angemieteten Räumen in der Martinstraße 45 die Waren ausgegeben werden können. Seit März dieses Jahres hat der Warenkorb sogar jeden Mittwoch von 13 bis 17 Uhr geöffnet. 

In kleinem Rahmen hat es vor 20 Jahren begonnen. 15 Frauen und Männer entdeckten die Notwendigkeit, bedürftigen Menschen mit Lebensmitteln zu helfen. 25 „Kunden“, so werden die Bedürftigen genannt, nahmen das Angebot dankbar in Anspruch. Heute, so Lieselotte Harnischmacher vom Organisationsteam, kommen an den Ausgabetagen 230 „Kunden“ ins Haus, die für 950 Personen Lebensmittel mitnehmen. 64 Mitarbeitende sorgen heute dafür, dass dies reibungslos möglich ist. 

Nicht jeder erhält Lebensmittel im Warenkorb. Die Bedürftigkeit muss durch eine Einkommensbescheinigung nachgewiesen werden. Für jeden „Kunden“ wird eine Karteikarte angelegt, die Auskunft gibt über die Bedürftigkeit und die jeweilige Abgabe von Lebensmitteln. 

An den Ausgabetagen sind die Ehrenamtlichen früh unterwegs, um die gespendeten Waren bei den Geschäften im Olper Raum abzuholen. Für die Mitarbeitenden, die mit ihren privaten Fahrzeugen die Lebensmittel abholen, ist es Ehrensache, keine Kilometer abzurechnen. Es gibt keinen Verwaltungsapparat, der finanziert werden muss.

Da die Anzahl der zu versorgenden Menschen immer größer geworden ist, reichen die gespendeten Lebensmittel nicht mehr aus. An jedem Ausgabetag müssen für etwa 400 bis 700 Euro Lebensmittel hinzugekauft werden. Diese Einkäufe werden aus dem Spendenkonto bezahlt. 

Außer verderblichen Lebensmitteln sind haltbare Konserven, Babynahrung und Pflegemittel immer Mangelware, ist auf der Internetseite der Kirchengemeinde Olpe zu lesen. Benötigt werden im Warenkorb natürlich Grundnahrungsmittel wie Mehl, Zucker, Reis, Nudeln oder Öl. Für die Kinder soll auch Müsli, Schokolade, Nuss-Nugat-Creme, Marmelade und Kakao in den Regalen liegen.

Vormittags werden die Lebensmittel sortiert und eingeräumt. Nachmittags erfolgt die Verteilung. Im Laden sind Tische eingedeckt. Kaffee und Kuchen steht für die Kunden bereit, um die Wartezeit möglichst angenehm zu überbrücken. Den Mitarbeitenden ist es wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, über Sorgen und Nöte zu reden und manchmal auch zu helfen.

Es gibt auch Menschen, die nicht persönlich zur Warenausgabe kommen können. Ihnen werden die Lebensmittel nach Hause geliefert. „Eine Ehe ist sogar im Warenkorb zustande gekommen“, schmunzelt Lieselotte Harnischmacher. „Das heutige Ehepaar hat sich als Kunden im Warenkorb kennengelernt.“

Die „Ökumenische Initiative Warenkorb“ wird gleichermaßen von der evangelischen Kirchengemeinde Olpe und den kath. Caritas-Konferenzen getragen.


24.05.2012
Impressum | Kontakt
4002