Aktuelle Ausgabe
2012-20

Dekanatsveranstaltung in Brakel: Jeder Pastoralverbund soll ein pastorales Konzept entwickeln

Seelsorge selbstbewusst mitgestalten

Engagierte Diskussion in Brakel: Wie geht es in den Pastoralverbünden weiter?Fotos: Schleyer

Brakel. Der Dekanatspastoralrat Höxter hatte Pfarrgemeinderäte eingeladen, um ihnen Hilfen für die Konzeptentwicklung in den Pastoralverbünden zu geben. 

von Richard Schleyer 

Die „Perspektiven 2014“ enthalten für jeden Pastoralverbund den Auftrag, ein Konzept für die künftige pastorale Arbeit zu entwickeln. Gerade in den Pastoralverbünden, in denen die nächsten Jahre Zusammenschüsse zu noch größeren Pastoralen Räumen anstehen, wird diese Konzeptentwicklung als Zeit- und Ressourcenverschwendung betrachtet, wie bei einer Versammlung der Pfarrgemeinderäte des Dekanates Höxter in Brakel deutlich wurde. Zu dem Treffen hatte der Dekanatspastoralrat eingeladen, um die ehrenamtlichen Gemeinde-verantwortlichen für die Mitarbeit an der Konzeptentwicklung zu motivieren.

Die neuen großen Pastoralen Räume könnten nur funktionieren, wenn die sich zusammenschließenden Pastoralverbünde ihre eigene Identität und selbstbewusste Perspektiven mitbringen, erläuterte Marion Reiling, als Gemeindereferentin in Höxter für die Konzeptentwicklung zuständig. „Zwei oder drei Konzepte lassen sich gut miteinander vermitteln.“ Große Räume seien, besonders wenn sie Stadt-  und Dorfgemeinden umfassen, oft so verschieden strukturiert, dass die Seelsorge unterschiedliche Ansätze brauche, ergänzte Barbara Hucht, Gemeindereferentin in Warburg, und dort in der Konzeptentwicklung engagiert. Drei Einheiten seien leicht miteinander in Kommunikation zu bringen. Aber dass 20 Gemeinden dann aus dem Stand sich auf einen Prozess einlassen, um ein zusammenbindendes und tragendes Pastoralkonzept auf den Weg zu bringen, das sei kaum möglich, erläuterte Dekanatsreferent Bernhard Leifeld. Gelinge es aber, in einem Pastoralverbund möglichst viele Ehrenamtliche zu beteiligen, gingen diese und der gesamte Pastoralverbund mit gestärktem Selbstbewusstsein aus der Konzeptentwicklung hervor. 

Sinnvoll sei es, meinte Marion Reiling, unterschiedliche Personen in die Gruppe zu berufen, die den Konzept-Prozess steuert, nicht nur aus den Gremien. Dafür benötige es auch Menschen mit einem anderen Blick auf die Gemeinde. In Höxter etwa wurde eine Lokaljournalistin in die Gruppe berufen. „Kompetente Leute, die sonst wenig Zeit haben, sich in der Gemeinde zu engagieren, lassen sich für ein oder zwei Jahre gern auf sein solches Projekt ein“, so die Erfahrung von Barbara Hucht. 

Nach den Vorgaben des Erzbistums soll der Konzept-Prozess in drei Phasen verlaufen, die die beiden Gemeindereferentinnen vorstellten. Zunächst muss eine gemeinsame Überschrift, eine pastorale Vision gefunden werden, auf die hin sich der Pastoralverbund entwickeln soll. Dann folgt eine genaue Analyse der Situation. Stärken und Schwächen der Gemeinden werden betrachtet. Aus Vision und Analyse werden dann zwei bis drei Richtungsziele formuliert und daraus in Teilzielen konkrete Projekte entworfen. In Höxter wurden beispielsweise unter der Vision „Offene Kirchentür. Menschen die Türen öffnen“ gemeinsame Messdieneraktionen geplant und das Modell einer Jugendkirche konzipiert. 

Die Konzeptentwicklung dürfe nicht nur im kleinen Kreis geschehen, mahnte Marion Reiling. Nach jeder Phase müssten Rückmeldungen aus der Gemeinde möglich sein, Versammlungen und Gespräche stattfinden. Bernhard Leifeld: „Wenn das Konzept funktionieren soll, müssen die Gemeinden mit überlegen.“

 Die Umbrüche in Kirche und Gesellschaft und das kirchliche Leben in den Gemeinden müsse wieder in Gleichklang gebracht werden. Darin sahen Marion Reiling und Barbara Hucht den Sinn eines neuen Pastoralkonzeptes. „Jeder Pastoralverbund muss sich fragen: Wie erreichen wir die Menschen bei uns? Wie halten wir den Glauben lebendig? Wie gewinnen wir Mitstreiter für unsere Ziele?“ Doch könne dies nur auf dem Hintergrund einer ehrlichen Analyse geschehen. Barbara Hucht warnte: „Wir möchten uns unsere Gemeinde gern schönreden, damit alles beim Alten bleiben kann.“ Es helfe aber nicht weiter, Veränderungen übersehen zu wollen. „Wir als Kirche müssen uns diesem Erneuerungsprozess stellen!“ Den müssten ehrenamtliche Laien selbstbewusst mitgestalten, forderten die beiden Referentinnen. 


24.05.2012
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