Familienbund und Familienerholungswerk trennen sich von langjährigem Geschäftsfüher
„Schloss Gehrden“ will Neuanfang starten
Brakel-Gehrden. Mit 11 000 Übernachtungen im laufenden Jahr hatte das Familienerholungswerk im Erzbistum Paderborn in seinem mit Millionenaufwand zur noblen Herberge umgebauten Bildungshaus „Schloss Gehrden“ gerechnet. (Der DOM berichtete mehrfach.) Doch diese Rechnung ist nicht aufgegangen. Deshalb trennten sich Familienbund und Familienerholungswerk (FEW) jetzt fristlos von ihrem gemeinsamen Geschäftsführer Josef Eich. Auch der zuvor hochgelobte „Schlossmanager“ Jürgen Peter Waindok musste seinen Hut nehmen.
von Gerd Vieler
Mit Spannung wird angesichts dieser Entwicklung im Dezember die Mitgliederversammlung des Familienbundes erwartet. Denn auf der geht es um die Entlastung des jetzigen Vorstandes und Neuwahlen. Der Familienbund arbeitet eng mit dem FEW zusammen. Neben dem Haus in Gehrden betreiben sie noch die Familienferienstätte in Biggesee-Sondern. Im Januar 2007 hatte der Vorsitzende des Familienbundes Rolf Erdmeier die Mitgliederzahl für seinen Verband mit 5 000 angegeben. Für ein Gespräch zur aktuellen Situation war er Erdmeier zwar nicht zu erreichen. Damals hatte er gegenüber dem DOM aber an Gästen für das Schloß „keinen Mangel“ gesehen: Kommunion- und Firmgruppen, sowie neben Einzelpersonen und Familien auch Pfarrgemeinderäte und Chöre sollten für Auslastung in Gehrden sorgen, wo zuletzt die Restaurantgäste „standesgemäß“ mit weißen Handschuhen bedient wurden.
Kommissarischer Geschäftsführer des Familienbundes ist seit einigen Wochen Bildungsreferent Michael Hullermann aus Sondern. Als Geschäftsführer der FEW GmbH (formeller Träger von Schloss Gehrden) wurde der bisherige Controller Michael Kempkes eingesetzt.
„Wir haben den Belegungsprognosen des ehemaligen Geschäftsführers Glauben geschenkt. Als wir Mitte des Jahres die Wahrheit erfuhren, sofort die Notbremse gezogen“, sagt Manfred Müller, Aufsichtsratsvorsitzender der FEW GmbH und räumt ein, dass die Anlaufschwierigkeiten, nach eineinhalb Jahren Schließung wegen Umbau, größer als erwartet gewesen seien. Diese seien aber nun überwunden, sodass in den vergangenen drei Monaten die selbst gesteckten Vorgaben bezüglich der Belegung erreicht worden seien. Das Konzept von gehobener Hotelerie und Familienbildung sei erfolgreich und werde weiter verfolgt, so Müller.
Schuld an der Misere sei auch gewesen, dass bis auf zwei alle geplanten Kurse des Familienbundes, der für seine Veranstaltung, das Haus mieten sollte, ausgefallen seien. Durch verstärkte Werbung und Sonderangebote wie der „Aktion 44“ sollten diese Ausfälle nun wettgemacht werden. Dabei zahlen Gäste gemeinnütziger Gruppen 44 Euro pro Übernachtung im Doppelzimmer mit Vollpension. Die Buchungen für das kommende Jahr stimmten hoffnungsfroh, so Müller. Daher seien auch keine weiteren Mitarbeiter von Schloss Gehrden von Kündigungen oder ähnlichem betroffen.
Weniger hoffnungsfroh entwickelt sich übrigens die Beziehung von Ex-Geschäftsführer Eich zu seinem ehemaligen Arbeitgeber Familienbund. Da sich Eich „keiner Schuld bewusst“ sei, habe er nach eigener Aussage Kündigungsschutzklage vor dem Paderborner Arbeitsgericht eingereicht. Eich war seit elf Jahren Geschäftsführer des Familienbundes.







