Kreuzweg des „Stacheldrahtseminars“ in Chartres
Schlicht, aber ausdrucksstark
Arnsberg/Sundern (jon). Sie sind schlicht, aber ausdrucksstark: Die Kreuzwegbilder, die der junge Kriegsgefangene Lothar Zenetti im „Stacheldrahtseminar“ von Abbé Franz Stock in Chartres malte. Nur noch vier der 14 Stationen sind erhalten. Doch es existieren noch Fotos, die als Ausstellung kürzlich in der Kirche St. Johannes Baptist in Neheim erstmals zu sehen waren (Der DOM berichtete). Die Wanderausstellung ist derzeit noch bis Karfreitag in der Kirche Christkönig in Sundern zu besichtigen und steht zur Ausleihe zur Verfügung.
In Chartres gab es von 1945 bis 1947 für deutsche kriegsgefangene Theologiestudenten eine theologische Ausbildungsstätte, das „Stacheldrahtseminar“, das von dem aus Neheim stammenden Priester Franz Stock, selbst Kriegsgefangener, geleitet wurde. Fast 1000 Seminaristen haben es durchlaufen. Unter ihnen Lothar Zenetti. Dieser malte in der Lagerkapelle den Kreuzweg an die Wände. Von den 14 Stationen sind heute nur noch die letzten vier in Farbe erhalten. Die ersten zehn Stationen sind durch den Abriss einer Zwischenmauer unwiederbringlich zerstört. Es existieren aber noch Schwarz-Weiß-Negative vom Kreuzweg, von denen das Franz-Stock-Komitee Großfotos herstellen lassen konnten. Am 24. Februar, dem Todestag von Franz Stock, wurde die Ausstellung des Kreuzwegs unter grosser Anteilnahme mit einem Kreuzweggebet eröffnet.
Der in Franfurt lebende Priester Lothar Zenetti ist kein Maler geworden, wie es ihm der damalige Apostolische Nuntius in Paris und spätere Papst Johannes XXIII. beim Besuch im Stacheldrahtseminar empfohlen hatte. Bekannt geworden ist er vielmehr durch sein umfangreiches schriftstellerisches Wirken. Etwa 150 seiner Gedichte wurden vertont und unter anderem im „Gotteslob“ veröffentlicht.
Info
Nähere Informationen zur Ausstellung und zu Möglichkeiten der Ausleihe unter
www.franz-stock.de.







