Engagierte Kolpinger unterhalten ein Krankenhaus im westafrikanischen Benin
Sauerländer Hilfe in Afrika
Lennestadt-Altenhundem/ Olsberg. Im westafrikanischen Benin hat Adolph Kolping inzwischen Berühmtheit erlangt. Kein Wunder, denn aufgrund der Initiative von Kolpingsfamilien aus dem Sauerland können sich die Menschen in dem Städtchen Agbanto im Krankenhaus behandeln lassen, und das entgegen den landesüblichen Sitten auch dann, wenn sie dafür nicht bezahlen können.
von Markus Jonas
„Centre de Santé Adolph Kolping“ heißt das kleine Krankenhaus, für das die Kolpinger 1992 den Grundstein legten. Heute werden dort jährlich 13000 Patienten behandelt, 1200 Kinder erblicken dort jedes Jahr das Licht der Welt. Möglich ist dies nur dank der Hilfen des Sauerländer „Entwicklungshilfe e. V. Kolpingwerk Benin“. 70 Mitglieder aus dem ganzen Erzbistum hat er inzwischen. Christoph Werthmann aus Altenhundem ist der Vorsitzende. „Wir machen das alles ehrenamtlich“, berichtet er. Alle Spenden gehen deshalb ohne jeden Abzug nach Benin. Immerhin trägt der Verein den Lohn der 14 Angestellten des Krankenhauses, darunter zwei Ärzten. Monatlich sind das wegen der geringen Lohnkosten rund 1500 Euro. Und auch die Ausstattung des Krankenhauses wird mit Spenden aus dem Sauerland bezahlt. „Nebeneffekt“ des Sauerländer Engagements: Inzwischen gibt es in Benin 17 Kolpingsfamilien und ein Kleinkreditprogramm von Kolping International.
Entstanden ist die Entwicklungshilfe der Kolpinger aus dem Sauerland nach einer zufälligen Begegnung: Bei einer Wallfahrt zur Kirche auf dem Kohlhagen setzte sich ein Afrikaner an den Tisch von Günter und Marianne Werthmann, den Eltern von Christoph Werthmann. Marcellin Djanato aus Benin machte eine Ausbildung zum Fischwirt in Kirchhundem-Albaum. Aus der zufälligen Begegnung entstand eine Freundschaft. Marcellin lernte Kolping kennen und schätzen. Als er in seine Heimat Agbanto zurückkam, waren zwei seiner Brüder an Tuberkulose gestorben. Wie in Benin üblich, musste er nun seine elf Neffen und Nichten an Kindes statt annehmen. Als er selbst an Tuberkulose erkrankte, bat er per Brief Günter Werthmann um Medikamente. Der flog kurzentschlossen nach Benin, um ihm die Medikamente zu bringen und sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Was er sah, erschütterte ihn. Zu Hause berichtete er vor der Kolpingsfamilie Altenhundem von dem Gesehenen. Als Reaktion gründeten die Kolpinger den Entwicklungshilfe-Verein, um den Menschen in und um Agbanto die benötigte medizinische Grundversorgung zukommen zu lassen. Denn das nächste Krankenhaus lag 60 Kilometer über Feldwege entfernt. Günter und Marianne Werthmann organisierten Hilfen. Insgesamt elf große Container mit Einrichtungsgegenständen wurden nach Benin verschifft. Für ihren Einsatz wurden Marianne und Günter Werthmann übrigens nicht nur mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Günter Werthmann wurde in Benin auch noch zum „König ehrenhalber“ ernannt.
Unterstützung hat der Entwicklungshilfe-Verein auch in Olsberg. Stellvertretender Vorsitzender ist der Olsberger Pfarrer Richard Steilmann, der die Anfänge als Vikar in Altenhundem erlebte. Inzwischen unterstützen viele die Hilfsaktion, etwa auch die Kolpingsfamilien Bigge und Helmeringhausen. Und während der Adventszeit hilft aktuell die Olsberger Markt-Apotheke mit einer Spendenaktion. „Wir können schon mit wenig Geld viel bewegen“, weiß Pfarrer Steilmann. „Für zusätzliche Projekte benötigen wir aber weitere Spenden.“ Geplant ist in Zusammenarbeit mit dem Bielefelder Verein Alodo ein Ausbildungszentrum mit Schreinerei direkt neben dem Krankenhaus zu bauen. Zum Baubeginn im August wird Pfarrer Steilmann übrigens mit einer Reisegruppe vor Ort sein und sich über den Stand der Dinge informieren.







