Aktuelle Ausgabe
2012-20

Türkisch-Islamische Kulturverein in Bielefeld-Brackwede plant Bau eines Minaretts

Proteststurm der Anwohner

Anstoß für die Diskussion gab die Absicht von Bielefelder Muslimen an die Moschee an der Windelsbleicher Straße ein Minarett anzubauen. Foto: Weische

Bielefeld. Eine Moschee ohne Minarett sei keine richtige Moschee. Das findet zumindest der Türkisch-Islamische Kulturverein in Bielefeld-Brackwede. Daher hat dieser beim Bauamt in Bielefeld einen Bauantrag für ein 22 Meter hohes Minarett eingereicht. Ein Umstand, der in der Bevölkerung bereits zu einigen Protesten geführt hat.

Dabei ist das Bauvorhaben erst einmal ein rein ästhetisches. Denn der Bauantrag sieht nicht vor, dass Gebete von dem Turm der Vatan-Moschee an der Windelsbleicher Straße schallen sollen. Weder ein Platz für den Gebetsrufer, den Muezzin, ist vorgesehen, noch die Anbringung eines Lautsprechers, der diese Aufgabe stattdessen übernehmen könnte.
Dennoch hat das Bauvorhaben in der Brackweder Bevölkerung einen regelrechten Proteststurm ausgelöst. Über 1300 Unterschriften wurden von Bewohnern des Bielefelder Stadtteils Brackwede gesammelt. Vor allem die CDU vor Ort stellte sich gegen das Bauvorhaben. Daraufhin lud der Türkisch-Islamische Kulturverein zu Gesprächsabenden in die Moschee ein, allerdings war das Interesse der Bevölkerung eher mäßig.
Doch vermutlich war die ganze Aufregung ohnehin vorerst umsonst. Denn wie Bauamtsleiter Wolfgang Goldbeck auf Nachfrage erklärte, sind die derzeitigen Chancen auf Genehmigung des Minaretts, zumindest in seiner derzeitigen Form, sehr gering. „Es fügt sich in seiner Höhe nicht in die Umgebung ein“, so Goldbeck. Momentan läuft noch ein Anhörungsverfahren, in dessen Rahmen der Bauantragsteller zu Wort kommt. Sollte der Türkisch-Islamische Kulturverein, der noch mit seinem Anwalt darüber berät, nicht von seinem ursprünglichen Bauvorhaben abweichen, wird der Antrag wohl so nicht durchgehen.
Sollte es dennoch irgendwann zu einer Baugenehmigung kommen, hätten die unmittelbaren Nachbarn noch einen Monat Zeit sich dagegen zu wehren und Klage beim Verwaltungsgericht einzureichen.
Und wie steht die Kirche dazu? Der DOM hat Klaus Fussy, Dechant im Dekanat Bielefeld-Lippe, um eine Stellungnahme dazu aus Sicht der katholischen Kirche gebeten. (s. u.!)
Ruth Lakenbrink


23.05.2012
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