Kommentar
Positioniert sich das ZdK?
Am nächsten Wochenende tagt das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) in Berlin. Dabei geht es mit der Wahl des neuen Präsidenten auch um die Zukunftsausrichtung des Gremiums, das seit 1848 besteht.
Christian Schlichter (45) ist Chefredakteur des DOM
Wer ist das ZdK? Was sind die Ziele dieses höchsten katholischen Laiengremiums in Deutschland? Und wer nimmt seine Arbeit überhaupt noch wahr?
Früher, da war das Zentralkomitee Ort wichtiger pastoraler Fragen. Dort wurde Kirchenpolitik gemacht, ging es um Wesentliches im Miteinander von Bischöfen und Laien. Und oftmals gab es dabei auch Zoff in Meinungsverschiedenheiten.
Dann kam die Zwischenphase. In der sich das Gremium vorwiegend um grundlegende Fragen mit exakt austarierten Antworten aus der Feder von Arbeitsgruppen, Sachbereichen oder Ausschüsse kümmerte. Darüber verlor es das Interesse der Massen. Die konnte es nur noch gewinnen bei den Katholikentagen, dessen anerkannter Organisator das ZdK ist.
Nun gibt es mit der Wachablösung des Präsidenten Meyer eine Richtungsentscheidung für das Laiengremium. Grob gesehen stehen die katholischen Funktionäre aus den Diözesanräten den katholischen Polit-Promis gegenüber – und werden sich mit ihrem Kandidaten Heinz-Wilhelm Brockmann wohl durchsetzen.
Ob das dem Gremium nun die dringende Renovierung bringt, bleibt abzuwarten. Brockmann fordert mehr innerkirchlichen Dialog mit den Bischöfen, will mit ihnen über die Zukunft der Kirche reden. Das ist wichtig. Wichtiger aber ist es, zurück zur Sprache und zum Denken der Laien zu finden. Denn ohne deren Interesse geht dem ZdK bald die Legitimation aus.






