Aktuelle Ausgabe
2012-20

St.-Jodokus-Gemeinde in Bielefeld renoviert Klostergebäude

Ort des Erlebnisses schaffen

Zum vom Gitter eingerahmten Hof soll ein weiterer Zugang zum Gebäude am Klosterplatz 3 geschaffen werden. Dafür muss die Kapelle ein wenig verkleinert werden.Fotos: Lakenbrink

Bielefeld. Der Volksmund weiß, dass große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen. Im Falle der Kirchengemeinde St. Jodokus in Bielefeld ist der Schatten ein kosmetischer. Aus Anlass des 500. Jahrestages der Kirchweihe im Jahr 2011 soll die ehemalige Klosterkirche renoviert werden. Doch zunächst ist das zur Kirchengemeinde gehörende Klostergebäude an der Reihe.

Von Ruth Lakenbrink

„Die Renovierung des Klostergebäudes ist nach der Errichtung der Räume für das CityKloster der zweite bauliche Schritt. Der dritte wird die Renovierung der Kirche selbst sein“, erklärt Pfarrer Josef Holtkotte. Als klar gewesen sei, dass der bisherige Mieter, der Gemeindeverband, aus dem ehemaligen Kloster ausziehen und in das Winfriedhaus an der Turnerstraße zurückkehren würde, habe die Gemeinde über ein zukunftsweisendes Konzept beraten, das sowohl die Eigennutzung des Gebäudes als auch die Vermietung von Teilbereichen vorsieht.
Das Ergebnis: Die Gemeinde bekommt im Obergeschoss weitere Räumlichkeiten hinzu. Der Rest des ehemaligen Winterkreuzganges wird nach dem Umbau von drei Mietern genutzt werden: dem Dekanat Bielefeld-Lippe, der Katholischen Hochschulgemeinde Bielefeld und der Caritas, die dort eine Ehe-, Familien- und Lebensberatung einrichtet.
Vor allem für die eigenen Räumlichkeiten hatte die Gemeinde viele Vorschläge. Nachdem sich die 3500 Gemeindemitglieder bislang im Wesentlichen mit zwei Räumen innerhalb des großen Gebäudes begnügen mussten, einem Gemeindesaal und einem kleinen Sitzungszimmer, war die Liste der Wünsche dementsprechend lang. Nach Absprache mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn bekommt die Gemeinde nun zwei weitere Räume im Obergeschoss hinzu, einen Bereich für Kinder und Jugendliche, der beispielsweise zur Erstkommunionvorbereitung genutzt werden soll, und einen Werk­raum. Das Sitzungszimmer wird deutlich vergrößert und ein eigenes Büro für die Gemeindereferentin eingerichtet.
Der Entwurf von Architekt Ludwig Kegel sieht für das Erdgeschoss eine Erschließung des nördlichen, an die Gemeinderäumlichkeiten anschließenden Kreuzgangs für öffentliche Veranstaltungen vor, schließlich sei der Kreuzgang seit jeher ein „Ort des Erlebnisses und des Gebetes“, so Pfarrer Holtkotte. Dieser Bereich soll mit Glastüren von dem restlichen Kreuzgang abgetrennt werden, damit die Besucher nicht „mit dem Getränk in der Hand bis in die Kirche gehen können“, erklärt Marietta Rose, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Auch wenn die Neugestaltung des Gebäudes im Wesentlichen eine Rückführung in die Grundstruktur beeinhalte und der ursprüngliche Charakter des Gebäudes wiederhergestellt werden solle, ginge es dabei aber nicht darum, museal zu erstarren, sondern das Haus „neu mit Leben zu füllen“, so der Seelsorger. Dazu gehört auch, dass das Gebäude behindertengerecht, mit ebenerdigen Zugängen und einem Fahrstuhl ausgestattet wird.
Knapp 1,4 Millionen Euro werden die Baumaßnahmen kosten. Das Erzbistum beteiligt sich mit 795000 Euro, den Rest muss die Gemeinde berappen. Und das möglichst schnell, denn die in dieser Woche begonnenen Baumaßnahmen sollen bereits im Frühsommer 2009 abgeschlossen sein, damit es anschließend mit der Kirche weitergehen kann. Bis dahin findet die Gemeinde für ihre Veranstaltungen bei St. Pius und St. Liborius sowie in der Klosterschule Unterschlupf.


23.05.2012
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