Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Mitarbeiter der Mittagstafel in Wanne feierten das zehnjährige Bestehen der Einrichtung

Niemand geht hungrig nach Hause

Ausnahmsweise durften sich die Helfer einmal an den gedeckten Tisch setzen: Das Team der Mittagstafel in Wanne feierte das zehnjährige Bestehen ihrer Initiative. Foto: Plamper

Wanne. An jedem Tag im Jahr außer mittwochs ist die Mittagstafel an der St.-Laurentius Kirche ab 12 Uhr geöffnet. Seit zehn Jahren finden dort Bedürftige einen gedeckten Tisch. Das Jubiläum feierten die ehrenamtlichen Helfer im Rahmen des jährlichen vorweihnachtlichen Treffens in den neuen Räumen der Caritas in der Hospizstraße 12.

von Elisabeth Plamper

Liebevoll hat Heidrun Ruppert, Sekretärin bei der Caritas, den Tisch für das gemeinsame Frühstück mit den Ehrenamtlichen gedeckt. Auf jeden Platz liegt ein kleines „Weihnachts“-Päckchen. „Es ist ein Dankeschön an die Helfer“, erklärt sie.
Auch Geschäftsführer Ans­gar Montag ist gekommen, um den Helfern persönlich zum runden „Geburtstag“ zu gratulieren, ihnen für ihr Engagement zu danken und auch gleichzeitig Marion Wittig als neue Ansprechpartnerin für die Mitglieder der Mittagstafel vorzustellen. Den Stein für die Mittagstafel brachte einst Elisabeth Engelke ins Rollen.
„Die Herner Suppenküche hat mich inspiriert“, erinnert sie sich. Die damals kurz vor dem Ruhestand stehende Caritas-Leiterin stieß mit ihrer Idee bei Pfarrer Hofmann von der katholischen St.-Laurentius-Gemeinde auf offene Ohren. Ein Container mit kleinem Speiseraum, abgetrennter separater Speiseausgabe und Sanitäranlage wurde aufgestellt und schon bald fanden sich auch ehrenamtliche Helfer aus den umliegenden Kirchengemeinden, die die Ausgabe der Mittagsmahlzeit an die Hilfsbedürftigen übernahmen und auch heute noch selbstständig organisieren.
Wenn ein ehrenamtliches Team der Mittagstafel den Container auf dem Kirchplatz von St. Laurentius öffnet, dann warten oft schon einige Hilfsbedürftige geduldig vor der Tür. Die angebotene Suppe oder der Eintopf ist für sie eine willkommene warme Mahlzeit. Gleichzeitig ist die Mittagstafel aber auch ein Treffpunkt, um miteinander zu reden. Resi und Heinz Sudhoff sind seit Anfang an dabei. „Das Essen bekommen wir von der Herner Suppenküche geliefert“, erzählen sie. „Wir übernehmen die Ausgabe.“
Der kleine Obolus, der für die Mahlzeit zu bezahlen ist, kommt der Mittagstafel wieder zugute. „Aber auch wenn einer mal kein Geld hat, muss er nicht hungrig wieder gehen.“ Manchmal ist die rund dreistündige Arbeit am „Nächsten“ nicht einfach. „Es gibt auch schon mal Reibereien zwischen den Besuchern“, weiß das Ehepaar. Und auch die Ehrenamtlichen selbst sind schon mal ein Angriffziel. „Doch die meisten sind höflich und bedanken sich auch bei uns. Es gibt einfach so viele Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden.“
Zweimal im Jahr, einmal im Frühjahr und einmal um die Weihnachtszeit treffen sich alle Ehrenamtlichen zum gemütlichen Beisammensein und Erfahrungsaustausch bei der Caritas. Diese übernimmt auch die logistische Organisation der Mittagstafel. Einen Herzenswunsch für die Zukunft haben alle Beteiligten gemeinsam: „Wir wünschen uns dringend junge Helfer.“


23.05.2012
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