Olper Caritas-Innovationspreis in Gold für den Chor „Stimmwerk“ der Werthmann-Werkstätten
Neue Ideen zum Wohl des Nächsten
Kreis Olpe. Den „Innovationspreis“ hat der Caritasverband Olpe jetzt zum drittenmal vergeben. 200 Vertreter aus allen Bereichen der Caritas nahmen an der Preisverleihung beim Caritastag im Lennestädter Gymnasium Maria Königin teil. Mit dem jährlich in den drei Stufen Gold, Silber und Bronze vergebenen Preis zeichnet der Caritasverband innovative Ideen und Konzepte aus, die im Sinne der Caritas-Vision „Nah. Am Nächsten.“ den Menschen helfen.
Den Innovationspreis 2008 in Gold erhielt der Chor der Werthmann-Werkstätten, der sich jetzt den Namen „Stimmwerk“ gab. Aus einem ergänzenden Förderangebot mit dem Titel „Sing mit uns“ entwickelte sich der Wunsch der Beschäftigten mit geistiger Behinderung nach einen „richtigen Chor“. Aus diesen Anfängen ist heute ein Chor mit knapp 30 Mitwirkenden im Alter zwischen 19 und 55 Jahren geworden, der gerade in der jüngsten Zeit zahlreiche öffentliche Auftritte absolvierte, unter anderem auch im gemeinsamen Konzert mit dem Jungen Chor Meggen.
Unter der Leitung von Claudia Heuel und mit Gitarren-Begleitung durch Karl-Heinz Wortmann – beide sind auch Musiktherapeuten– probt der Chor einmal in der Woche. Mit Symbolen, Zeichensprache und intensiver Beziehungsarbeit haben die beiden den Draht zu den Chormitgliedern gefunden. Der Auftritt bei der Preisverleihung und im anschließenden Gottesdienst zeigten die Be-geisterung der Chormitglieder wie auch den Stolz auf die Gruppenleistung.
Der Olper Caritas-Vorsitzende Lothar Epe lobte in der Laudatio, den Beschäftigten der Werthmann-Werkstätten werde so „eine zusätzliche Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben geboten“. Die Darstellung der eigenen Fähigkeiten und Leistungen in der Öffentlichkeit gehörten ebenso zu einem Leben in Normalität wie das Spüren von Gemeinschaft Gleichgesinnter. „Der Werkstattchor Stimmwerk ist in besonderem Maße ein Aushängeschild der Werthmann-Werkstätten und damit auch des Caritasverbandes“, sagte Epe.
Mit dem Innovationspreis in Silber wurde das Projekt „Alltagsbegleiter“ der Caritas-Station Olpe, Drolshagen, Wenden ausgezeichnet. Mittels einer neu eingeführten Schulung im Umfang von mindestens 30 Stunden wer-den interessierte Personen über mehrere Wochen zum Alltagsbegleiter ausgebildet. Die Ausbildung wird mit einem Zertifikat bescheinigt. Die Schulung umfasst pflegerisches Basiswissen, Umgang mit Demenz sowie mit psychischen Erkrankungen, Hygienevorschriften, sozialrechtliche Grundlagen, Dokumentation und Kommunikation. So kann der ständig steigende Bedarf an qualifizierter Alltagsbegleitung und -betreuung für ältere und kranke Menschen gedeckt werden– in einer Zeit, in der Zivildienstleistende längst nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen, hieß es seitens der Caritas. Zusätzlich sorgt die Qualifizierung auch dafür, dass die Tätigkeiten vom Image her aufgewertet werden und es somit leichter wird, geeignete Mitarbeiter für die Tätigkeiten im hauswirtschaftlichen Bereich zu finden und zu halten. Der positive Effekt wurde schnell deutlich: Das Schulungsangebot hat sich herumgesprochen, das Interesse an der Durchführung entsprechender Tätigkeiten steigt stetig.
Den Innovationspreis in Bronze erhielt die Caritas-Konferenz St. Marien in Wenden-Römershagen für den „Internationalen Kindertag“ in Heid, der die Konferenz stark ins öffentliche Bewusstsein gebracht hat: In Zusammenarbeit mit acht Familien aus Heid, die alle aus verschiedenen Ländern stammen, wurden der Spielplatz und die Dorfgemeinschaftshalle zur Begegnungsstätte für Groß und Klein. „Der internationale Kindertag wurde ein Tag der Integration, der Toleranz und des Kennenlernens“, heißt es in der Laudatio. Jede Familie präsentierte sich mit ihrer Nationalflagge, der Landkarte, mit Fotoaufnahmen und den verschiedensten Informationen über das Heimatland. Dazu gab es landestypische Speisen und Getränke. Das Ziel des Tages, Kinder zu Toleranz und Verständnis für kulturelle Unterschiede zu begeistern, sei erreicht worden, hieß es. Nicht zuletzt auch durch den außergewöhnlich guten Besuch der Veranstaltung: Etwa 500 Interessierte fanden den Weg in den kleinen Ort Heid. 50 Helfer und zahlreiche örtliche Gruppen haben hatten den Tag vorbereitet. „Ein beeindruckendes Beispiel für junge und vernetzte Caritas-Arbeit“, lobte der Caritas-Vorsitzende Lothar Epe. Den Bronzepreis nahm stellvertretend für alle Helfer Nicole Scheibner mit ihrem Team entgegen.







