Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Elisabeth -Gemeinde in Hagen unterstützt die Caritas im rumänischen Oradea mit Hilfslieferungen

Mit Plüschtieren fing es an

Wenn viele fleißige Helfer zur Stelle sind, ist auch ein großer Lkw schnell beladen. Foto: Steinhofer

Hagen. Mitte der 90er-Jahre erhielt Ursula Mikus einen Anruf ihrer Schwester aus Euskirchen: „Kannst du nicht in deiner Gemeinde ein paar Plüschtiere sammeln?“ Unterstützt vom Pfarrer wurden Körbe in der Kirche aufgestellt. Ein Neffe holte die Spenden ab und von Euskirchen aus wurden sie nach Rumänien in die Diözese Oradea gefahren. Dort wurden sie an rheumakranke Kinder eines Kinderheimes verteilt.

von Meinolf Steinhofer

Inzwischen ist aus dieser Aktion ein eigenes Hilfswerk der Elisabeth-Gemeinde geworden. Ursula Mikus hält die Fäden auch jetzt noch in der Hand und steht – zusammen mit sechs Frauen und zwei Männern – jeden Montag zwischen 10 und 12 Uhr vor der Kirche an der Scharnhorststr. 25 und nimmt die angelieferten Spenden entgegen. Sie werden in Bananenkisten verpackt und unter dem Glockenturm gestapelt. Unterstützt wird sie von einer Wäscherei, die ausrangierte Bett- und Tischwäsche zur Verfügung stellt. Ist das Lager voll, erfolgt ein Anruf in Rumänien und der Transport wird organisiert.
„Früher waren dies Fahrer von der Caritas, inzwischen haben sie sich selbstständig gemacht“, weiß die Koordinatorin. Die Fahrten nach Hagen sind beliebt, denn die Fahrer erhalten nicht nur ein paar Sachspenden, sondern zusätzlich einen kleinen Geldbetrag für ihre Familien. Viermal im Jahr ruft die ehemalige Gemeindesekretärin ihre fünfundzwanzig Helfer zusammen, um das Fahrzeug zu beladen. Die Mannschaft braucht einen ganzen Vormittag, um den Lkw zu füllen. Danach gibt es ein reichliches Frühstück in den Räumen der Gemeinde. Die Kosten dafür trägt eine der Unterstützerinnen, die aufgrund ihres Alters nicht mehr mit „anpacken“ kann. „Es geht nichts aus der Armenkasse“, betont Ursula Mikus. Dieser Grundsatz gilt. Deshalb geht Ursula Mikus, einen Tag, nachdem der Fünfachser auf die Heimreise geschickt wurde, zur Bank und überweist die Transportkosten an die Caritas Catolica Oradea.
Aus einem älteren Rechenschaftsbericht ist zu entnehmen, dass die tonnenweise angelieferte Bekleidung an Hilfsbedürftige weitergegeben wird. Man arbeitet dabei mit mehreren Romaverbänden, Bürgermeisterämtern, Schulen und Kindergärten zusammen. Etwa 17 000 Personen erhielten im Jahr 2000 diese Unterstützung. 2008 wurde das Spendensystem von Kleidung, Möbeln und technischen Haushaltsgeräten zentralisiert. Es wird jetzt in Sirul in der Canonicilorstr. 21 bzw. in der Spartacusstr. 31a gesammelt. Der Direktor der Caritas Catolica Oradea, Rajna Joszef, ist dankbar für die „Unterstützung unserer ausländischen und inländischen Partner“. Einen ordentlichen Beitrag dazu leisten die Mitglieder der St.-Elisabeth-Gemeinde. „Ich bin richtig stolz auf meine Gruppe“, lobt Ursula Mikus ihre Mannschaft.


23.05.2012
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