Aktuelle Ausgabe
2012-20

Messdienertag im Dekanat Lippstadt-Rüthen unter dem Motto „Fluch der Karibik“

Mit Holzbein und Augenklappe

Machten auch als Piraten eine gute Figur: Die Messdiener aus dem Dekanat Lippstadt-Rüthen trafen sich in Belecke, um die „Sieben Weltmeere“ unsicher zu machen. Foto: Lankowski

Warstein-Belecke. Wenn rund 180 Messdiener Weihrauch, Kreuz und Leuchter zur Seite legen und sich in wilde Piraten verwandeln, dann ist Messdienertag im Dekanat Lippstadt-Rüthen. Viele Kinder und Leiter in bunten und kreativen Piratenoutfits verwandelten die große Schützenhalle in Belecke in eine kleine Piratenstadt. „Moin, Moin Pirat“ und „Messdiener Ahoi“ war zu hören, als die „Messdienerpiraten“ aus allen Teilen des Dekanates anreisten.

von Dirk Lankowski

Gemalte Augenklappen, angeklebte Holzbeine sowie gebastelte Piratensäbel, wildes Piratenessen und eine lustige Begrüßungsshow ließen die Messdiener eintauchen in die Welt der Seeräuber und Piraten. „Messdiener sind eine tolle und starke Truppe“, freute sich Warsteins Pfarrer Thomas Wulf, der beim Messdienerdekanatstag den großen Abschlussgottesdienst feierte. Ein großes Lob sprach er dabei der  Fachkonferenz Jugend aus, die alle Messdiener des Dekanats Lippstadt-Rüthen zu der großen Piratenversammlung unter dem Motto „Fluch der Karibik“ eingeladen hatte.
Vierzehn kostümierte Piratengruppen – mit eigener Piratenflagge und fürchterlichen Schlachtrufen – aus Altenrüthen, Sichtigvor, Allagen, Warstein, Bökenförde, Suttrop, Belecke, Drewer, Rüthen, Erwitte, Hirschberg und Kallenhardt zeigten, dass es nicht nur Piraten in der Karibik, sondern auch in Westfalen gibt. Und wie es sich für eine richtige Piratenversammlung gehört, durften sich die kleinen und großen Seeräuber bei einer Piraten­olympiade messen. Da mussten die Messdiener nicht nur Schiffe entern, sondern auf der Rollenrutsche das gezielte Abwerfen von Edelmännern üben, beim Säbelkampf mit anderen Mannschaften auf einer wackeligen Planke das Gleichgewicht bewahren und beim Schiffe beladen sowie beim Stegbauen Geschick und Schnelligkeit beweisen. Außerdem konnten verschiedene Seemannsknoten erlernt und den Widrigkeiten der See beim „Suppelöffeln“ in der Hängematte getrotzt werden. Manch ein Pirat hat bei Gefechten ein Bein verloren, sodass auch ein „Holzbeinlauf“ angesagt war. Ein besonderes Abenteuer galt es für die jungen Piraten nach dem gemeinsamen Mittagessen zu bestehen. Aus einer Qualmwolke entstieg plötzlich Davy Jones, der „Teufel der Sieben Weltmeere“. Er stellte den Abenteurern ein Ultimatum, sich zu ergeben oder für immer mit ihm im Pakt des Teufels um die Weltmeere zu segeln. Schnell wurde ein Orakel zur Hilfe gerufen, das den „Messdienerpiraten“ die Aufgabe gab, das Herz von Davy Jones  zu befreien. Mit Feuereifer stellten sich die Mädchen und Jungen dieser Aufgabe und konnten in den zuvor geübten Prüfungen den dunklen Wächtern des Schatzes die neun erforderlichen Schlüssel für die große Schatztruhe abtrotzen und so das bunte Spiel zu einem glücklichen Ende bringen.
Am späten Nachmittag durften sich die Akteure noch bei Aktionsspielen mit Christoph Stracke, Gemeindereferent in Erwitte, einmal richtig „auspowern“, bevor dann der Piratentag mit dem gemeinsamen Gottesdienst zu Ende ging. Pfarrer Thomas Wulf betonte, dass es Aufgabe der Messdiener sei – im Gegensatz zu Piraten – nicht den Menschen das Fürchten zu lehren, sondern das Vertrauen in Gott und seine Kirche.
Nachdem mit mehreren Raketen und La-Ola-Wellen Pfarrer Wulf, den Helfern und den Mitgliedern der Fachkonferenz Jugend, die das Event unter großem Einsatz in einer fast einjährigen Vorbereitungszeit auf die Beine gestellt hatten, gedankt wurde, verabschiedeten sich alle und kehrten gut gelaunt in ihre Gemeinden zurück. 


23.05.2012
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