Ökumenische Theatergruppe Oerlinghausen probt für Singspiel zum Stadtjubiläum im September
Mit Antonius und Antonia auf Zeitreise
Oerlinghausen. Die Texte sind geschrieben, die Musik ist komponiert, die Rollen sind verteilt. Seit Mai wird intensiv geprobt. „Antonius zu Orlinchusen“ heißt das 45-minütige Stück, das während der „Lipper-Tage“, die anlässlich des 975-jährigen Bestehens der Stadt in Oerlinghausen stattfinden, von der ökumenischen Theatergruppe Oerlinghausen/Helpup aufgeführt wird. Die musikalische Zeitreise führt am Samstag, 3. September, durch 1000 Jahre Christentum in Lippe. Die Aufführung beginnt um 20.30 Uhr im Weberpark.
von Karin Prignitz
Mit dem „Wasserkartell“ hat die ökumenische Theatergruppe unter anderem beim Kirchentag in München für Furore gesorgt. Zu Beginn des Jubiläumsjahres begeisterten Musiker und Schauspieler in der Aula des Gymnasiums. „Danach sind wir alle in ein depressives Loch gefallen“, beschreibt Pressesprecher Mike Röttgen die plötzlich entstandene Leere, verbunden mit der Frage: „Was machen wir mit der vielen Zeit?“
Eine Antwort war schnell gefunden. Zumal, so Röttgen, „wir das Gefühl hatten, dass die Kirchen bei den Planungen für das Jubiläumsjahr ein wenig außen vor gelassen worden sind“. Kirchengeschichte sei aber ein wichtiger Punkt, denn ohne Bischof Meinwerk gäbe es überhaupt keine Dokumente über die Gründung „Orlinchusens“, das in Wahrheit wohl schon viel älter sei, vor 975 eben nur erstmals urkundlich erwähnt worden war.
Frühzeitig wurden Kontakte zur Lippe-Tourismus und Marketing geknüpft, „dem Kernteam war klar, dass es funktionieren könnte, von den Mitwirkenden haben wir frühzeitig positive Signale bekommen“, erläutert Mike Röttgen das Vorlaufprocedere. Das siebenköpfige Autorenteam mit Alfons und Ulrike Haselhorst, Mike und Cornelia Röttgen, Marie-Simone Scholz, Christian Scholz und Beatrix Mrongowius machte sich im Februar mit kreativer Feder ans Werk, Alfons Haselhorst komponierte die komplette Musik. Insgesamt elf Musik- und Schauspielszenen entstanden.
Klar war, dass das Stück kürzer und schlanker werden sollte, als das Wasserkartell. Zum Startwochenende im April fanden sich 30 Mitwirkende im katholischen Pfarrheim St. Michael ein, mittlerweile sind es 45. „Ein gutes Drittel ist neu dazugekommen“, bestätigt Röttgen.
Bei der Hauptprobe am vergangenen Wochenende bekam das Stück den letzten Feinschliff. Lukas Baumgarth spielt den heiligen Antonius aus dem dritten Jahrhundert. Katharina Weigelt wird in die Rolle der kecken Abiturientin aus dem Jahr 2011 schlüpfen. Beide übernehmen die Moderatoren-Rollen im Stück und gehen im Zeitenwandel auf Konfrontationskurs. Im Weberpark wird bei Einbruch der Dämmerung ein medialer Zeitstrahl mitlaufen.







