Aktuelle Ausgabe
2012-20

Der Katholische Verein für Soziale Dienste (SKM) betreut in Paderborn Wohnungslose

Menschliches von morgens bis abends

Wärmender Kaffee statt kalte Straße: Jürgen H. und Dirk T. nutzen täglich das Angebot des SKM. Foto: Birger Berbüsse

Paderborn. In der SKM-Tagesstätte in der Kapellenstraße schenken Ehrenamtliche wohnungslosen Menschen ihre Zeit. 

von Birger Berbüsse 

Sie lachen, obwohl sie eigentlich gar nicht viel zu lachen haben. Jürgen H. und Dirk T. sitzen in der Tagesstätte für Wohnungslose und plaudern miteinander. Dass sie bei den Wintertemperaturen nicht draußen auf der Straße frieren müssen, sondern sich den ganzen Tag in der Einrichtung des SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste in Paderborn – wärmen können, verdanken sie dem Einsatz vieler Ehrenamtlicher.

„In unserer Tagesstätte erhalten die Wohnungslosen ein Komplettangebot“, sagt SKM-Geschäftsführer Johannes Bracke. An 365 Tagen im Jahr finden die Männer und Frauen dort ein Dach über dem Kopf, können günstig kaltes und warmes Essen bekommen, sich duschen, ihre Kleidung reinigen und können sich beraten lassen.

Zwei Sozialarbeiter und drei Mitarbeiter in Sozialprojekten beschäftigt der SKM für dieses Hilfeangebot. Im Winter werden diese durch 20 Ehrenamtliche unterstützt. „Ohne sie könnte unser Angebot in dieser Form nicht laufen“, betont Johannes Bracke. Denn nur mit dem festangestellten Personal könnte die Tagesstätte nicht an allen Tagen geöffnet sein. Und das würde bedeuten, dass Männer wie Rolf-Dieter H. bei Eis und Schnee buchstäblich auf der Straße sitzen würden. Seit zwölf Jahren hat der 58-Jährige keine eigene Wohnung mehr und genauso lange kommt er fast jeden Tag in die SKM-Einrichtung: „Hier hat man es schön warm“, sagt der Paderborner und verrät: „Wir sind von morgens bis abends hier!“

 Die Tagesstätte ist Oktober bis April auch am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 17 Uhr geöffnet und wird laut Geschäftsführer Bracke in dieser Zeit von 25 bis 40 Wohnungslosen aufgesucht.

Zu ihnen gehört seit sieben Jahren auch Marek K. Der 39-Jährige schätzt es besonders, dass er sich beim SKM warm duschen und rasieren kann und es gelegentlich auch neue Kleidung für die Hilfesuchenden gibt. „Es freut uns wirklich sehr, dass es die Tagesstätte gibt“, sagt Marek. Dies liege auch an den Menschen, die sie betreiben. „Ich wurde hier von Anfang an freundlich empfangen und man hat mir sehr geholfen“, erzählt Rolf-Dieter.

Die Ehrenamtlichen nehmen sich viel Zeit, um mit den Männern und Frauen auch zu sprechen, ihnen zuzuhören – oder einfach eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ zu spielen. So lassen die Wohnungslosen mit den zwei Ordensschwestern Cäcilia und Friedburg (in der Einrichtung helfen auch Nonnen mit) sowie Gabriele Möhring die Würfel rollen. Die 58-Jährige ist eigentlich Sekretärin, kommt seit drei Jahren zwei- bis dreimal im Monat zur kalten Jahreszeit zum SKM. „Ich hatte zufällig davon erfahren – und bin dann einfach geblieben“, erinnert sie sich und betont, „ich mache das sehr gerne!“ Bevor sie sich wieder dem Spiel zuwendet, hebt sie aber eines noch hervor: „Es wäre für diese Menschen ganz toll, wenn sich noch mehr Ehrenamtliche finden würden. Dann könnten wir ihnen neben den nötigen Arbeiten noch mehr Zeit schenken.“

 

 


23.05.2012
Impressum | Kontakt
4002