Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Menschenhandel nimmt zu

von Andreas Wiedenhaus

Als die rotgrüne Regierungskoalition im Jahr 2002 die Prostitution legalisierte, sollten die Frauen rechtlich besser abgesichert werden und die Kriminalität zurückgedrängt werden. Diese damaligen Ziele, das „Milieu“ in den Griff zu bekommen und die Illegalität innerhalb der Rotlichtbezirke einzuschränken, scheinen nicht erreicht worden zu sein.

Im Gegenteil: Der mit der Prostitution eng verknüpfte Menschenhandel hat beispielsweise in den vergangenen Jahren offensichtlich stark zugenommen.

So zitierte das ARD-Politmagazin „Panorama“ kürzlich eine noch nicht veröffentlichte Studie der Europäischen Kommission, nach der Forscher der Universitäten Göttingen und Heidelberg einen generellen Zusammenhang zwischen Ländern mit einem liberalen Prostitutionsgesetz und der Zunahme von Menschenhandel feststellen.

Eine Folgerung der Studie lautet, dass eine Legalisierung der Prostitution die Nachfrage steigert. Banden schleusen immer mehr Frauen gerade aus Osteuropa ein. Experten schätzen, dass mit dieser Form der Kriminalität mehr Geld als mit Drogen- und Waffenhandel zu verdienen ist. Die Liberalisierung habe, so die Schlussfolgerung von „Panorama“, den meisten Frauen aus dem „Milieu“ kaum etwas gebracht.

Wenn also in erster Linie Schleuserbanden profitieren und mit der Notlage von Frauen Unmengen von Geld verdienen, dann sollte der Gesetzgeber noch einmal nachdenken. Ein Patentrezept werden die Politiker dabei wohl kaum entdecken. Maßgeblich sollte aber sein, die Situation der Opfer dieser Entwicklung im Blick zu behalten und zu verbessern. 


23.05.2012
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