Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Soziales Jahr für alle

Nach dem Koalitionsvertrag der neuen Regierungsparteien soll der Grundwehrdienst ab 2011 auf sechs Monate verkürzt werden. Das hat auch Auswirkungen auf die Dauer des Zivildienstes. Manche Wohlfahrtsverbände halten daher einen Einsatz von Zivildienstleistenden nicht mehr für sinnvoll. 


Gerd Vieler (53)
Chef vom Dienst des DOM

Express-Soldaten und Express-Zivis sollen demnächst die Landesverteidigung und die Sozialkassen retten. Immer weiter wurden die Zeiten für die Dienste eingedampft: Ein Weg, der so keinen Sinn mehr macht. Schon lange kann von einer allgemeinen Wehrpflicht oder gar Wehrgerechtigkeit keine Rede mehr sein, wenn nur noch die Hälfte der Wehrpflichtigen trotz gesundheitlicher Eignung überhaupt noch dienen muss. Die Bundeswehr braucht sie einfach nicht mehr. Allgemein war die Pflicht zum Dienst noch nie, da Frauen niemals verpflichtet wurden. Die Gründe dafür entsprechen sicherlich nicht mehr aktuellen gesellschaftlichen Ansichten.
Daher ist es an der Zeit, dort grundsätzlich neue Regelungen zu schaffen. Gleichberechtigung aller Bürger würde ein allgemeiner für alle verpflichtender Dienst für die Gesellschaft bringen. So könnten Frauen und Männer gleichbehandelt werden. Die Frage ist, ob für einen solchen Dienst in den Größenordnungen ein Bedarf besteht.
Den Anliegen einer modernen hochtechnisierten Armee, denen kurzfristig einberufene „Hilfssoldaten“ nur bedingt weiterhelfen, wird eine Berufsarmee gerecht. Ganz unberücksichtigt bleibt dabei noch die Fragestellung der internationalen Einsätze von Wehrpflichtigen.


23.05.2012
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