75 Jahre Männerwallfahrt des Dekanats Lippstadt-Rüthen in Bökenförde
Männer ziehen zum Brünneken
Lippstadt-Bökenförde. Es mögen zwar nicht mehr so viele sein wie am Anfang. Aber wenn am Pfingstmontag zum 75. Mal die Männerwallfahrt des Dekanats Lippstadt-Rüthen zum Brünneken in Bökenförde stattfindet, werden wieder mehrere hundert Teilnehmer das Gnadenbild der Maria zu ihrem Erscheinungsort begleiten.
von Birger Berbüsse
Thomas Hönemann wird bei der Prozession von der Bökenförder Dionysiuskirche zur Kapelle am Brünneken wieder einmal nicht mitgehen können. Wie schon in den vergangenen Jahren wird der 39-jährige Verwaltungsfachangestellte mit zehn Helfern ab morgens gegen halb sieben den Feldgottesdienst vorbereiten. Dazu gehören der Aufbau des Strohwagens, auf dem der Pfarrer die Messe zelebriert, das Aufbauen der Musikanlage sowie natürlich letzte Reinigungsarbeiten. Darum kümmert sich der Bökenförder ohnehin das ganze Jahr über, seit er und seine Frau die Pflege des Ortes vor fünf Jahren übernommen haben. „Weil ich weiß, dass er vielen Menschen etwas bedeutet“, sagt Hönemann zur Begründung. Dafür nimmt er es auch in Kauf, nicht mehr an der Prozession teilnehmen zu können.
Die Geschichte der Wallfahrt reicht bis in die 1920er-Jahre zurück. „Als Vorläufer darf die Wallfahrt der Dekanatsjugend am Bittsonntag betrachtet werden“, weiß Dirk Ruholl. Der Geschichtskreisleiter im Heimatverein Bökenförde hat sich ausgiebig mit dem Gnadenbild und dem Brünneken auseinandergesetzt. Weit über 1000 Jungen und Mädchen hätten sich damals angeschlossen. „Daraus entstand wohl die Idee, auch eine Wallfahrt zum Brünneken für alle Männer des Dekanats einzuführen“, vermutet Ruholl, der auch die ausführliche Bökenförder Dorfchronik geschrieben hat. 1934 war es dann soweit: Pastor Otto Schelle aus St. Elisabeth in Lippstadt rief und bis zu 3000 Männer kamen.
75 Jahre später ziehen sie immer noch sternförmig aus Bökenförde, Lippstadt, Esbeck, Erwitte, Westernkotten und weiteren umliegenden Orten zum Brünneken, über dem der Legende nach das Gnadenbild einem Hirten erschienen sein soll. Auch wenn es nicht mehr ganz so viele sind: Auf „ungefähr 300 bis 400“ schätzt Thomas Hönemann die Zahl der Teilnehmer, die teilweise auch mit dem Fahrrad kommen. Eines haben sie alle gemeinsam: ihr Alter. Junge Männer sind leider kaum noch dabei“, bedauert Hönemann. Dafür könnten nun des öfteren auch schon mal Frauen gesehen werden. Sie brächten ihre Ehemänner oder Väter, die den Weg zu Fuß nicht mehr schaffen würden.
Die Männerwallfahrt beginnt am Pfingstmontag, 1. Juni, um 8.30 Uhr mit dem Auszug der Prozession mit dem Gnadenbild aus der St.-Dionysius-Kirche. Um neun Uhr wird der Feldgottesdienst am Brünneken gefeiert. Hauptzelebrant ist Pater Hans-Georg Radina, der zum Thema „Der Geist, weht, wo er will“ predigen wird. Bei Regen findet der Gottesdienst in der Pfarrkirche statt.







