Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Kirche St. Elisabeth in Sudhagen wurde umfassend renoviert

Künstlerische Akzente

Für viele Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Elisabeth ist die grundlegende Innenrenovierung nicht nur eine deutliche Aufwertung, sondern auch ein Bekenntnis zur Zukunft der Kirche in Sudhagen. Thema der Gestaltung ist die Gemeinschaft von Gott und den Menschen.

Delbrück-Sudhagen. In einen einladenden und mutig gestalteten Ort zur Begegnung der Gläubigen mit Gott und untereinander hat sich in den vergangenen rund drei Monaten die St.-Elisabeth-Kirche in Delbrück-Sudhagen verwandelt. Bei der umfassenden Innenrenovierung hat das Bethaus nicht nur den Muff von fast 40 Jahren ohne nennenswerte Instandsetzungen abgestreift, sondern dank des Potsdamer Kreativen Stefan Pie­tryga auch neue künstlerische Akzente erhalten.


von Barbara Kroker

Thema der raumgreifenden Gestaltung ist die Gemeinschaft von Gott und den Menschen. Im rechten Querschiff wird diese Verbindung durch eine goldene Stiege dargestellt, die ein Sinnbild für die Himmelsleiter ist, die der Patriarch Jakob laut dem biblischen Buch Genesis im Traum sah. Das Kreuz, das bisher an dieser Stelle hing, ist auf die gegenüberliegende Seite gerückt und fügt sich da nun in die rundum verteilten Stationen des Kreuzweges ein. Es erinnert gleichzeitig daran, dass Gott selbst die Kluft zwischen Himmel und Erde, sich und der Menschheit überbrückt hat durch die Hingabe seines Sohnes.
Auf die Gegenwart bezogen werden diese zwei Symbole des Alten und Neuen Testamentes schließlich durch das eindrucksvolle Gemälde auf der Chorwand illustriert, das der Künstler Stefan Pietryga mit viel Fleiß und Liebe zum Detail gestaltet hat. Es zeigt eine Vielzahl von Menschen auf ihrem Weg nach oben zu Gott in die Vollendung. Davor steht nach wie vor der Altar, auf dem das Geheimnis des Kreuzes schon in jeder Feier der Eucharistie gegenwärtig wird.
Daneben haben die Handwerker und zahlreichen ehrenamtlichen Helfer rund um den Vize-Vorsitzenden Johannes Hils und seine Kirchenvorstandskollegen Bernhard Breimhorst und Johannes Hartmann weitere praktische Änderungen vorgenommen. Der teils bereits bröckelnde Akustik-Putz wurde entfernt und durch einen neuen abgelöst, der einen gewissen, kirchenüblichen Nachhall erlaubt. Elemente wie die Nischen mit den Heiligenfiguren und die Rundbögen, die im Altbau die Architektur gliedern, sind neuerdings besonders farblich akzentuiert. Die Gedenktafeln für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege sind zusammen mit dem Totenbuch in eine eigene kleine Kapelle umgezogen.
Ein weiteres wichtiges Anliegen der Sudhäger war es, endlich einen würdigen Ort zur Feier der Taufe zu schaffen, die bisher mangels Becken mit einer Schale vor dem Altar gespendet wurde. Umso mehr freuten sich die Gläubigen der Pfarrvikarie nun, den Taufstein einer aufgegebenen Dortmunder Kirche übernehmen zu dürfen. Auch das Einkürzen der Bänke rund um das Meisterwerk mit seinem schwarzen Sockel, der gedrehten Säule, den feinen Reliefs und dem aufklappbaren kupfernen Deckel haben die Ehrenamtlichen in Eigenleistung vollbracht.
Spiegelgleich im linken Querschiff des Kirchenanbaus von 1970 haben ein neuer Kredenztisch und Evangeliarhalter ihren Platz gefunden. Perfekt darauf abgestimmt sind ferner die Hocker, die die massive Steinbank als Sitze für das liturgische Personal ablösen. Küster Mike Lottmann begrüßt außerdem die zusätzliche Stufe zum Tabernakel und die aufgemöbelte, praktischer gestaltete Sakristei.
Insgesamt freundlicher wirkt die St.-Elisabeth-Kirche in Sudhagen nicht zuletzt wegen der hell überstrichenen Deckenvertäfelung und der verbesserten Beleuchtung. Ein Radleuchter mit zwölf Lampen betont den Altar als Mittelpunkt des ganzen Raumes. Ebenso bringen aber auch die anderen neuen Leuchtkörper sowohl nach unten als nach oben Richtung Gewölbe mehr und wärmeres Licht.


23.05.2012
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