Kommentar
Kostenfrage ausgeklammert
von Andreas Wiedenhaus
Fachkräfte in der Altenpflege sind in Deutschland Mangelware. Nach Schätzung von Experten fehlen bereits jetzt rund 50000 Mitarbeiter für die Pflege älterer Menschen. Und diese Zahl wird weiter steigen, denn auch die Gruppe der pflegebedürftigen Menschen wird in den kommenden Jahren stark zunehmen.
Vor diesem Hintergrund hat die nordrhein-westfälische Landesregierung ihren „Aktionsplan Altenhilfe 2010“ gestartet. Dieser sieht vor, Arbeitslose zu Altenpflegern umzuschulen. 1000 zusätzliche Ausbildungsplätze werden geschaffen. Einen anderen Weg möchte der Arbeitgeberverband Pflege einschlagen: Er fordert eine „Greencard“ für ausländische Pflegekräfte, die in Deutschland arbeiten wollen. Nach den Vorstellungen der Arbeitgeber sollen die Pfleger ohne bürokratische Auflagen wie perfekte Sprachkenntnisse in Deutschland arbeiten dürfen.
Die Erfolgsaussichten beider Ansätze scheinen zweifelhaft. Auf der einen Seite stellt sich die Frage, wie viele derjenigen, die als Umschüler in den Beruf einsteigen, wirklich „übrig“ bleiben. Schließlich ist dies kein Beruf wie jeder andere. Und „Greencard“-Regelungen in anderen Bereichen der Wirtschaft haben sich bisher häufig als wenig effektiv erwiesen.
Und nicht zuletzt wird eine entscheidende Frage ausgeklammert: Wie soll eine trag- und zukunftsfähige Finanzierung der Pflege in Zukunft aussehen? Letztlich können nämlich alle Modelle nur funktionieren, wenn die Frage geklärt ist, was von wem bezahlt werden soll und bezahlt werden kann.






