Aktuelle Ausgabe
2012-20

Erlös aus Benefiz-Turnier der Aramäer Gütersloh soll junger Schlaganfall-Patientin zugutekommen

Konkurrenten kicken für eine Familie

Tim Brinkmann (FC Gütersloh), Dominik Jansen (SC Wiedenbrück), Marko Kaminski (SC Verl) und Görgis Keles (Aramäer Gütersloh, in Trikots v.l.) spielten mit ihren Mannschaften gemeinsam für Schlaganfall-Patientin Jasmina Gabriel, ihren Mann Alexander, Sohn Leon (Mitte) und die kleine Tochter Tessa Sophia (drei Monate).

Gütersloh. Zwar wurde bei einem Benefiz-Turnier des Bezirksligisten Aramäer Gütersloh jetzt gegeneinander Fußball gespielt, es wurde gegrätscht und gekämpft. Doch die eigentlichen Gewinner standen derweil schon vor dem ersten Anstoß fest: die Schlaganfall-Patientin und frisch gebackene Mutter Jasmina Gabriel (37) und ihre junge Familie aus Gütersloh. 

von Stefan Niggenaber 

Erst kürzlich habe Jasmina Gabriel einen Schlaganfall erlitten, erzählt der Sprecher des Aramäischen Volksvereins Kenan Aydin am Rande der Bande. Seitdem falle ihr das Sprechen schwer, sie sei halbseitig gelähmt. Was habe da näher gelegen, als der jungen Familie in irgendeiner Form helfen zu wollen – zumal Ehemann Alexander Gabriel ein eingefleischter Fan und Vereinsmitglied der Gütersloher Kicker sei und bei fast jedem Spiel dabei ist.

Aydin: „Als die Spieler vom Schicksal der jungen Familie gehört haben, hatten sie sofort die Idee zu einem Benefiz-Kick.“ Gesagt, getan: Mit Hochdruck sei in kürzester Zeit ein Turnier für den guten Zweck auf die Beine gestellt worden. Und die überwältigende Resonanz auf die Einladungen habe neben den Aramäern selbst schließlich auch die Familie Gabriel zu Tränen gerührt: Der SC Verl, die Kicker des SC Wiedenbrück und auch der Fußballclub aus Gütersloh hätten sich nicht lange bitten lassen, im Gegenteil: „Statt mit der Reserve oder zweiten Mannschaft aufzulaufen, geben sich hier die Stammspieler die Klinke in die Hand“, freut sich Aydin über das gelungene Projekt und für die Familie Gabriel. Das sei alles andere als selbstverständlich, weiß der Sportsmann – zumal direkt am darauf folgenden Tag wichtige Pokalspiele für die drei heimischen Teams auf dem Programm gestanden hätten. „Allein das zeigt doch schon, dass auch den Gästen unser Anliegen am Herzen liegt.“

Tatkräftige Unterstützung erhielten die Aramäer Gütersloh beim Benefiz-Turnier auch von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Zahlreiche Mitarbeiter informierten abseits des Fußballplatzes über die heimtückische Krankheit und ihre Folgen. Rundherum verfolgten die Spiele an der Sportanlage am Pavenstädter Weg mehr als 300 Zuschauer, die sich einen Gang zu der einen oder anderen Spendendose ganz bewusst nicht nehmen ließen. „Insgesamt haben wir uns das genauso vorgestellt“ zog Kenan Aydin im Namen der Aramäer Gütersloh schließlich eine durchweg positive Bilanz. „Jetzt hoffen wir natürlich alle gemeinsam, dass wir Jasmina Gabriel und ihren Lieben mit dem Geld auch wirklich weiterhelfen können.“

Mittlerweile zeigten die Reha-Maßnahmen in Bad Oeynhausen erste Erfolge, die junge Mutter könne ihr rechtes Bein schon wieder ein wenig bewegen. Das gebe neben den Gabriels auch den Aramäern wieder Kraft und lasse hoffen, Aydin: „Natürlich drücken wir auch weiterhin feste die Daumen.“


23.05.2012
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