Aktuelle Ausgabe
2012-5

19 Kinder begeistert von Religiöse Kinderwoche in Bünde

Kleine Detektive suchten Gott

Während der Woche wurde viel musiziert.

Bünde. Eine Religiöse Kinderwoche (RKW) verbrachten 19 Kinder in der letzten Ferienwoche in Bünde. Mit ihren sieben Betreuern machten sie sich auf die Suche nach Gott. Drei Erwachsene und vier Firmbewerber, die sich freiwillig gemeldet hatten, betreuten die Kinder. Drei Mütter halfen beim Frühstück vorbereiten.  

von Matthias Nückel 

„Bei euch verbringe ich die schönsten Stunden meines Lebens“, schwärmte eine ältere Dame während des „sozialen Frühstücks“ mit den Kindern. Zusammen mit rund 40 weiteren älteren oder ärmeren Menschen aus der Region wurde sie von den RKW-Teilnehmern zum Ende der Woche bewirtet und mit Liedern unterhalten. „Die Kinder und ihre Gäste kamen schnell ins Gespräch“, berichtet Gemeindereferent Ulrich Martin-schledde. Er bietet drei Mal in der Woche in Bünde einen Mittagstisch für Bedürftige an. Dort kam die Idee auf, am Monatsende gemeinsam zu frühstücken. Jetzt wurde das sechste „Soziale Frühstück“ in die Religiöse Kinderwoche eingebunden.

Die RKW, die vom Bonifatiuswerk der Deutschen Katholiken unterstützt wird, ist eigentlich für die Diaspora in den ostdeutschen Bundesländern gedacht. Doch da die Bünder Gemeinde St. Joseph ebenfalls in der Diaspora liegt, boten Pfarrei und Bonifatiuswerk eine solche Woche jetzt im Erzbistum Paderborn an.

Begonnen hatte die erlebnisreiche Woche mit einem Chaosspiel. Dabei ging es darum, die Räumlichkeiten im Bünder Pfarrheim kennenzulernen. „Es gab viel Rennerei im Haus“, erzählt Martinschledde. Dann wurde ein Detektivbüro gegründet. Die Kinder bekamen als Detektivausstattung für die Suche nach Gott Rucksack, Lupe und Taschenlampe. „Abends haben wir dann das Erlebte und Erarbeitete gedanklich in den Rucksack gepackt“, so Martin-schledde.

Die Programmplanung wurde selbst durch die Unwetter nicht durcheinander gebracht. „Wir hatten Glück, dass wir die Suche nach Gottes Spuren in der Natur für den Mittwoch und nicht für den Donnerstag vorgesehen hatten“, sagt Martinschledde. So konnten die kleinen Detektive trockenen Fußes auf dem Spürnasenpfad in Radringhausen nach Gottes Spuren suchen. Ergänzt wurde dies durch kleine physikalische Experimente.

Einmal jedoch wurde das Programm aus aktuellem Anlass umgestellt. Da sich ein dunkelhäutiges Kind etwas gemobbt fühlte, kam das Thema Rassismus auf die Tagesordnung. „Wir haben die Frage diskutiert, wie man mit Randgruppen umgeht“, so der Gemeindereferent. Dabei kam auch zur Sprache, dass die Katholiken in der Diaspora ebenfalls Randgruppe sind und Kinder, die zur Kirche gehen, vielleicht gemobbt werden.

Während der Woche wurde viel musiziert und gesungen. Ihre neu gelernten Lieder brachten die Kinder zum Abschluss beim Sonntagsgottesdienst in St. Joseph ein. Zum Gottesdienst waren alle mit ihren Eltern da. Und auch einige Teilnehmer des „Sozialen Frühstücks“ hatten sich eingefunden, um die Kinder erneut singen zu hören.

Gemeindereferent Ulrich Martinschledde zog am Ende der Woche eine positive Bilanz. Die Zusammenarbeit mit dem Bonifatiuswerk sei gut gewesen. Vor allem waren Kinder und Eltern zufrieden. „Einige Eltern fragten nach vier Tagen, ob es auch ein Nachtreffen gibt. Und wenn die Kinder von ihrer Begeisterung anderen weitererzählen, haben wir nächstes Jahr die doppelte Teilnehmerzahl“, ist Martinschledde überzeugt. Denn dass die Religiöse Kinderwoche 2011 wieder stattfindet, steht angesichts des Erfolges schon fest. Dann wird es wahrscheinlich in eine Jugendherberge gehen.


04.02.2012
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