Trägerverbund katholischer Kindertageseinrichtungen kann auf ein gutes erstes Jahr zurückblicken
Kita GmbH Hellweg wächst beständig
Soest. Als die Katholische Kindertageseinrichtungen Hellweg gem. GmbH vor einem Jahr angetreten ist, um die Trägerschaft katholischer Kindergärten im Kreis Soest zu übernehmen, war die Skepsis groß. „In den Kirchengemeinden gab es die Angst, dass ihnen etwas weggenommen wird“, erinnert sich Geschäftsführer Heinz-Ulrich Rüther an den etwas holprigen Start. Inzwischen scheint sich das Modell einer Verbundlösung aber durchgesetzt zu haben: 29 Kindertageseinrichtungen, und damit gut die Hälfte aller katholischen Kitas im Kreis, werden zum Start des neuen Kindergartenjahres am 1. August 2011 unter das gemeinsame Dach der Kita GmbH geschlüpft sein. Damit ist sie dann größter Kindergartenträger im Kreis Soest.
von Kay Müller
„Die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden und den Kita-Leitungen klappt gut“, sagte Rüther bei einem Pressegespräch in Soest. Offenbar haben sich die Einrichtungen vor Ort zunehmend von den Vorteilen eines gemeinsamen Trägerverbundes überzeugen lassen. Diese liegen laut Rüther zum einen darin, dass den Kirchengemeinden die aufwendige Betriebsführung abgenommen wird. Zudem ermögliche der Zusammenschluss eine bessere Kommunikation und Vernetzung. „Auch das finanzielle Risiko ist im Verband geringer als für einen einzelnen Träger“, preist Rüther einen weiteren Vorteil an. Zudem sei die GmbH-Lösung auch für die Arbeitsplatzsicherheit der Erzieherinnen und Erzieher von Vorteil: Muss aufgrund zu geringer Anmeldezahlen zum Beispiel irgendwo eine Kindergartengruppe geschlossen werden, können die davon betroffenen Mitarbeiterinnen innerhalb des Verbundes unkompliziert eine andere Beschäftigung erhalten.
Ohnehin zeichne sich in den Einrichtungen der Kita GmbH Hellweg derzeit eher ein Fachkräftemangel als ein Personalüberschuss ab, sagte Rüther: „Bei unseren letzten Stellenausschreibungen war die Resonanz gleich null.“ Katharina Kasperkiewicz, Pädagogische Fachbereichsleiterin der GmbH, macht vor allem das schlechte Image des Erzieherinnenberufes dafür verantwortlich. Um den Beruf attraktiver zu machen, bemühe man sich zum Beispiel, flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten. „So haben Frauen auch in diesem Beruf die Möglichkeit, Beruf und Familie gut miteinander zu vereinbaren.“
Erziehung in der Kindertagesstätte ist auch in den Einrichtungen der Kita GmbH Hellweg in erster Linie Frauensache. Männer als Erzieher sind in den Kindergärten nur sehr vereinzelt anzutreffen, obwohl man dort einen höheren Männeranteil in der Belegschaft durchaus begrüßen würde. Mit flexiblen Arbeitszeiten allein dürften die Herren allerdings kaum für das Berufsfeld zu beigeistern sein; hier wird man auf Dauer nicht daran vorbeikommen, auch über ein besseres Gehaltsniveau nachzudenken.
Im Moment beschäftigt die Kindergärten allerdings ein ganz anderes Thema: der Ausbau der U3-Betreuung. Viele Kitas müssen räumlich und personell aufrüsten, um vermehrt Kinder unter drei Jahren aufnehmen zu können, wie es das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) des Landes Nordrhein-Westfalen fordert. Allein für die schon beigetretenen 18 Einrichtungen wird die Katholische Kindertageseinrichtungen Hellweg gem. GmbH bis Ende des laufenden Kindergartenjahres rund 800000 Euro in diesem Bereich investiert haben. Noch böten nicht alle Kitas eine U3-Betreuung an, so Rüther. Aber: „Die Einrichtungen sind am Thema dran!“
Info
Im Erzbistum Paderborn gibt es sieben gemeinnützige GmbHs. Eine davon ist die Katholische Kindertageseichrichtungen Hellweg gem. GmbH. Sie ist im Sommer 2010 an den Start gegangen. Kirchengemeinden in der Region Hellweg haben die Möglichkeit, die Betriebsträgerschaft über ihre Kindertageseinrichtung auf diese eigens gegründete gemeinnützige GmbH ihres Gemeindeverbandes Hellweg zu übertragen. Der Vorteil für die Kitas: Die aufwendige Betriebsführung wird abgegeben, während die Verantwortung für die pädagogische und pastorale Ausrichtung vor Ort bleibt.







