Reinoldustag der evangelischen und katholischen Kirche
Kinderarmut bekämpfen

- Der evangelische Kinderchor Kirchderne beteiligte sich musikalisch am ökumenischen Stadtgottesdienst mit Vertretern aus Kirche, Stadtverwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft (v. l.): Michael Vogt, stellvertretender Stadtdechant der katholischen Kirche, Superintendent Jürgen Lembke, Propst Andreas Coersmeier, Stadtdechant, Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer, Superintendent Paul-Gerhard Stamm. Foto: pdp
Dortmund (pdp). Das Problem der Kinderarmut stand im Mittelpunkt des diesjährigen Reinoldustages, zu dem die evangelische und die katholische Kirche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eingeladen hatten. Ein Konjunkturprogramm zur Armutsbekämpfung in Dortmund wünschte sich Paul-Gerhard Stamm, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Dortmund-Mitte-Nordost, im Stadtgottesdienst in der
St.-Reinoldikirche.
„Die ärmsten Familien in unserer Stadt brauchen dringend einen kleinen Teil der Unterstützung und Förderung, die jetzt so großzügig den Banken und der Wirtschaft zur Verfügung gestellt wird“, meinte Superintendent Stamm. Als positiv hob er hervor, dass die Stadt im „Sozialstrukturatlas“ und im „Bericht zur sozialen Lage“ die Armutssituation öffentlich gemacht habe. „Wir leben in einer Stadt, die sich mit dem ‚Aktionsplan soziale Stadt Dortmund‘ der Armutsproblematik stellt und uns alle zu Recht in die Verantwortung nimmt“.
„Wenn dein Kind dich morgen fragt … Kinderarmut – Aufgabe in Kirche und Stadt“ war das Thema in diesem Jahr. Im Gottesdienst, der vom evangelischen Kinderchor aus Dortmund-Kirchderne mit gestaltet wurde, trugen Kinder bedrückende Alltagssituationen aus dem Leben von sozial benachteiligten Kindern vor. An den ökumenischen Stadtgottesdienst in der St.-Reinoldikirche schloss sich ein Empfang im Katholischen Centrum an. Neben Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer waren Frauen und Männer anwesend, die Verantwortung in unterschiedlichen Bereichen der Stadt tragen. Auch dort stand das Thema „Kinderarmut“ im Zentrum der Gespräche. Superintendent Jürgen Lembke, Vorstandsvorsitzender der evangelischen Vereinigten Kirchenkreise Dortmund und Lünen, verwies auf die Mittagessensversorgung für Kinder und die Schularbeitenhilfe, die die Kirchengemeinden anbieten. „Das sind Beispiele praktischer Solidarität“, lobte er. Er betonte allerdings auch, dass dies „keine dauerhaften Lösungen“ sein können.
„Wer Kinder aus der Armut bringen will, muss den Eltern Arbeit geben“, betonte Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer in seiner Antwort im Katholischen Centrum. Dies müsse Arbeit sein, von der die Familien auch leben könnten. Eine weitere Notwendigkeit sei es, Bildung so zu gestalten, dass sie einen Ausweg biete aus der Spirale von Arbeitslosigkeit und Armut heraus zu kommen. Der Aktionsplan Soziale Stadt sei eine Einladung zum Dialog zur Suche nach den richtigen Lösungen.
Daran würden sich die Kirchen zusammen mit ihren Wohlfahrtsverbänden auch in Zukunft beteiligen, hatte Superintendent Lembke in seiner Rede angekündigt.






