Aktuelle Ausgabe
2012-20

Caritasverband eröffnet Kinderkleiderkammer in Detmold

„Kinder leiden am meisten“

Eröffnet: Wilhelm Görmann, Geschäftsführerin Elisabeth Montag, Pfarrer Walter Heinrichsrüscher und Franz Bühner (v. l.). Foto: rtl

Detmold. „Es ist ein toller Tag für uns.“ Franz Bühner vom Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Lippe und die Stadt Bad Pyrmont freute sich sichtlich über die neue Verwendung des kleinen Häuschens in der Palaisstraße 27a. Hinter dem Caritas-Haupthaus in Detmold hat der Verband nun eine eigene Kinderkleiderkammer namens „Zipfelmütze“ eröffnet.

Von Ruth Lakenbrink

Die Idee zu einer Kinderkleiderkammer gab es bei der Caritas in Detmold schon eine ganze Weile. Immer häufiger hatte es Anfragen von sozialschwachen Eltern nach Kinderbekleidung gegeben. Im Frühjahr dieses Jahres dann wurden die Überlegungen konkreter. Denn Wilhelm Görmann, Geschäftsführer der St-Elisabeth-Stiftung, die „Hausherr“ des Areals an der Palaisstraße ist, hatte zugestimmt, das Hinterhof-Häuschen für eine Kleiderkammer zur Verfügung zu stellen, und zwar mietfrei. Lediglich die Betriebskosten müsste der Caritasverband berappen.
So weit, so gut, allerdings bedurfte das Haus noch einiger Renovierungsarbeiten. So mussten die Wände teilweise verputzt, die elektrischen Leitungen neu verlegt werden, Installationen gemacht, die Heizkörper gewartet sowie Türen und Fenster gestrichen werden. Dank vieler fleißiger Helfer, der Bereitschaft der Handwerker, sehr kostengünstig zu arbeiten und Spenden war aber auch das kein Problem. „Überall, wo wir hingekommen sind, wurden wir freundlich empfangen mit unserem Anliegen“, erklärt Bühner begeistert. Von den Spenden, Unterstützung gab es etwa von der Aktion Lichtblicke der NRW-Lokalradios und dem Spendenparlament Lippe, konnten auch noch Waschmaschine und Trockner angeschafft werden. Denn die gestiftete Kleidung wird vor der Ausgabe erst einmal von den derzeit sechs ehrenamtlichen Helferinnen gewaschen und falls nötig geflickt.
In Regalen aufgereiht und nach Größen sortiert stapelt sich die Säuglings- und Kinderkleidung bis Größe 188 in den Regalen. Sogar etwas Umstandsmode ist auch dabei. Die Sachen selbst sind zwar kostenlos, dennoch wird um eine kleine Spende gebeten. Nach Absprache mit den Helferinnen ist auch die Vermittlung von zusätzlicher Kinderausstattung wie Kinderwagen oder Betten möglich.
Dennoch, und darauf legen alle Beteiligten besonderen Wert, soll es sich bei der „Zipfelmütze“ nicht um eine reine Ausgabestelle handeln. Vielmehr soll eine  „Wohlfühlatmosphäre“ geschaffen werden, in der die Eltern auch über ihre Probleme reden, Kontakte zu Ansprechpartnern knüpfen können und über Beratungsangebote der Caritas informiert werden.
Bei der Eröffnung segnete Pfarrer Walter Heinrichsrüscher, der geistliche Berater des Caritasverbandes, die Räumlichkeiten. Auch er war von der Umsetzung sichtlich begeistert, denn „wenn soziale Engpässe entstehen, leiden die Kinder immer am meisten.“


23.05.2012
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