„Das Wasserkartell“ probt für den Ökumenischen Kirchentag 2010 in München
Kein selbstverständliches Engagement
Oerlinghausen. Die Freude über die Nachricht war riesengroß. Das selbsterdachte Musical „Das Wasserkartell“ einer Projektgruppe der katholischen Kirchengemeinde St. Michael Oerlinghausen und der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Helpup wird Teil des Ökumenischen Kirchentages im Mai 2010 in München sein. Initiator Mike Röttgen gibt sich dennoch selbstbewusst: „Die Jury konnte gar nicht anders.“ Junge Menschen, die etwas für junge Menschen machen und dann noch ein Musical. Wer hätte da schon nein sagen können?
von Karin Prignitz
Die Verantwortlichen des 2. Ökumenischen Kirchentages jedenfalls nicht. Wahrscheinlich waren sie ebenso überzeugt von der Idee und vom Enthusiasmus, wie die Akteure selbst, die seit dem erfolgreichen Startwochenende Ende August die einzelnen Puzzleteile des von einem elfköpfigen Autorenteam erarbeiteten Musicals „Das Wasserkartell“ mit großem Spaß und dennoch hohem Anspruch erarbeiten.
Initiator Mike Röttgen probt Treppe rauf mit der Schauspielgruppe, Musik-Arrangeur Alfons Haselhorst im Erdgeschoss des evangelischen Gemeindehauses in Helpup mit der Band, später dann mit dem Chor. „Acht Songs sind bisher fertig“, sagt Haselhorst. 15 sollen es werden. Auch das Ende des Musicals ist noch nicht geschrieben. „Das wollen wir uns noch offen halten“, ergänzt Mike Röttgen.
Munter und dennoch konzentriert geht es zur Sache. Unterm Dach zeigt Hauptdarstellerin Simone Plöger bereits überzeugend, was sie als Hannah von den Machenschaften Nikos, der die Droge „Pure Water“ vermarktet, hält. Neun Jugendliche hatten sich für die beiden Wasserkartell-Hauptrollen beworben, drei von ihnen sind ausgewählt worden. Robert Kießling ist bereits mit Vollgas dabei, in die Rolle des eloquenten, profitorientierten Geschäftsmannes Niko zu schlüpfen. Die Rolle seiner Widersacherin „Hannah“, einer schlagfertigen, belesenen und religiösen freien Journalistin, wurde mit Anne Westerheide und Simone Plöger doppelt besetzt.
Schauspiel? Ja, da habe er schon Erfahrungen im Literaturkursus der Schule gesammelt, verrät Robert Kießling, „aber Singen, das war eigentlich nicht so mein Fall“. Mittlerweile kann der 18-Jährige aber schon selbstbewusst sagen: „Wenn es losgeht, dann fluppt es.“
Partnerin Simone Plöger wollte schon als Kind Musical-Star werden. Umso mehr freut sie sich bei „Das Wasserkartell“ dabei sein zu dürfen. „Die Geschichte des Wasserkartells hat mich überzeugt“, sagt die 18-Jährige.“ Gerade für die nachkommenden Generationen sei das Thema Wasser und der Umgang damit wichtig. Ihr, wie allen anderen, aber ginge es vor allem um den Spaß an der Sache und die Harmonie in der Gruppe.
„Zusammen mit dem Kernteam haben wir 52 Teilnehmer“, erklärt Patrick Piecha. Der Gymnasiast ist nicht nur Mitwirkender, sondern auch für die Fotos und den Internetauftritt des Musicals zuständig. Nicht nur die Zahl der Interessenten hat Mike Röttgen und Alfons Haselhorst überrascht, sondern vor allem, „dass alle dabei geblieben sind. „Das ist nicht selbstverständlich“, meint Röttgen, denn schließlich seien die vielen Probetermine und die geplanten Aufführungen verbindlich.







