Altes Kloster in Mülheim an der Möhne findet neuen säkularen Besitzer
Kein Casino oder Wettbüro

- Mitglieder des örtlichen Heimatvereins hatten in den vergangenen Monaten das zwei Hektar große Gelände des alten Klosters in Schuss gehalten.Foto: Lankowski
Mülheim. Am Ende ging doch alles schneller als erwartet: Nur ein Jahr lang hat das große Kloster in Mülheim an der Möhne im Stadtgebiet von Warstein leer gestanden. Jetzt hat sich mit Joachim Ney aus Lippetal und einer kleinen Investorengruppe ein anscheinend finanzkräftiger Investor gefunden. Somit haben das Bangen von St.-Margaretha-Pfarrgemeinde, Heimatverein und Stadt auch ein Ende, die spätestens in einigen Jahren mit einer Bauruine im Herzen von Mülheim gerechnet hatten.
von Dirk Lankowski
Seine Freunde nennen ihn einen „Immobilien-Liebhaber“, er selbst sagt von sich, dass er „ruhelos auf der Jagd nach Objekten, aber auch nach Lösungen“ ist. Jetzt hat Joachim Ney wieder einen Treffer gelandet. In Werl unterschrieben der Immobilien-Experte und Pater Johannes Maria von der Gemeinschaft der Seligpreisungen, dem letzten Eigentümer des Klosters, beim Werler Notar Ulrich Modersohn den Kaufvertrag für das Kloster Mülheim. Eine kleine Investorengruppe, deren Vorsitzender und Sprecher der 53-jährige Ney ist, habe das alte Kloster zu einem „angemessenen Preis“ gekauft. „Es hat mich selten ein Gebäude so begeistert wie dieses Kloster“, sagte Ney.
Gemeinsam mit Investor Ingo Kremer, Architekt Werner Sander, Pater Johannes Maria Poblotzki, Helmut Fröhlich vom Heimatverein und Pfarrer Josef Sauerwald besuchte der von Lippetal aus agierende Ney vor einigen Wochen bereits das Kloster und stellte sehr zur Freude der Mülheimer seine Gedanken zu einer künftigen Nutzung des Gebäudes vor: „Es gibt insgesamt 14 Ideen, mit denen wir uns beschäftigen.“ Ney stellte klar, dass die zukünftige Nutzung „nicht der katholischen Glaubenslehre widerspricht“. So werde es in keinem Fall ein Casino oder ein Wettbüro geben. Genaueres hoffen die Investoren noch in den nächsten Monaten präsentieren zu können.
„Wir sind sehr froh über die Lösung“, hatte Pater Johannes Maria bei einem Ortstermin erklärt. Wochen vor dem Verkauf hatte das Kloster sogar Ministerialrätin Dr. Birgitta Ringbeck aus dem Landesministerium für Bauen und Verkehr auf den Plan gerufen. „Wir sind nicht mehr in der Lage, das Haus zu tragen“, hatte die Gemeinschaft der Seligpreisungen verkündet. Eigentlich waren 500 000 Euro für den Verkauf veranschlagt worden, dann wollte die Gemeinschaft das Haus so schnell wie möglich loswerden – „notfalls für einen Euro“, so Pater Johannes Maria damals. Drei Millionen Euro hätten allein in die Hand genommen werden müssen, „um hier etwas anzufangen“, so die Information der Seligpreisungen. Und so wollte die Gemeinschaft noch in diesem Jahr einen Schlussstrich unter das Projekt „Kloster Mülheim“ ziehen. Nach dem Salesianerorden und den Franziskanern waren sie die letzte katholische Vereinigung im alten Schloss des Deutschen Ritterordens. Ein Verein der Seligpreisungen war für den Unterhalt zuständig, dieser wird am Ende des Jahres aufgelöst. Bis dahin wären alle Rücklagen für die nötigen Ausgaben aufgezehrt. Wie es dann weiter gegangen wäre, hatte teils zu heftigen Diskussionen geführt. Stadt, Land oder das Erzbistum hätten sich über den Besitz einigen müssen, denn in der Satzung des Vereins war keine Nachfolgeregelung getroffen worden. Keine Partei wollte das Kloster jedoch übernehmen.
Nun scheinen aber alle Seiten zufrieden zu sein, vor allem der Heimatverein. Das heutige Kloster Mülheim und frühere Schloss des Deutschen Ritterordens hatte noch vor einigen Jahren eine prachtvolle Außenanlage. Zuletzt kümmerten sich die Aktiven des Heimatvereins um den Unterhalt der Anlage.






