Heinrich Wipper sprach über die Pilgerwege in Westfalen
Jakobsweg beginnt vor der Haustür
Dortmund-Wellinghofen. Der Jakobsweg beginnt immer vor der eigenen Haustüre, lautet ein Sprichwort. Deshalb war es passend, dass Heinrich Wipper von der Sankt-Jakobus-Bruderschaft Düsseldorf jetzt in der Heilig-Geist-Gemeinde in Wellinghofen über „Jakobswege in Westfalen“ sprach. Ein Teilstück des Jakobswegs führt nämlich auch an der Heilig-Geist-Kirche, Auf den Porten 4, vorbei.
von Ingrid Piela
Eine Kachel mit gelber Muschel auf blauem Grund ziert die Heilig-Geist-Kirche und weist sie als Jakobsweg-Pilgerstation aus. Die Pilger können sich hier nicht nur vier farbige Muscheln in ihren Pilgerpass stempeln lassen, sondern erhalten sogar aus der Hand von Pfarrer Wilhelm Vogel eine Tafel Schokolade als Wegzehrung. Sollte die Pilgerstation geschlossen sein, bekommen die Pilger ihren Stempel auch in der Bäckerei gegenüber.
Heinrich Wipper kennt die Pilgerwege aus eigener Anschaung und hat mehrere Bücher darüber verfasst. Er ist bereits von Solingen aus bis nach Santiago de Compostella in Spanien gepilgert, ist aber auch auf den Pilgerwegen in Westfalen unterwegs und wusste in Wellinghofen Interessantes zu berichten. So liegt Dortmund genau dort, wo sich zwei wichtige Wege kreuzen: Zum einen die Nord-Südroute eines alten Handelswegs, der von Münster über Herbern und Dortmund nach Wuppertal führte und andererseits am Hellweg, der Ost-Westverbindung, die von Brügge nach Novgorod in Russland reichte.
Von Wellinghofen aus geht der Pilgerweg Richtung Syburg zur Kirche St. Peter, dann steil hinunter zum Hengsteysee und weiter nach Herdecke, dem alten Ruhrübergang, wo auch heute noch im Mai die Sackträger-Tradition gepflegt wird. Vorbei geht es dann an Hagen-Haspe nach Breckerfeld, das auch „Santiago des märkischen Sauerlandes“ genannt wird und wo gleich zwei Jakobuskirchen zum Besuch einladen. Weiter führt der Weg auf den Marktplatz von Remscheid-Lennep, vorbei am Altenburger Dom bis zum Kölner Dom. Von dort geht es dann auf der Via Colonensis über Trier, durch Lothringen (Metz) und Burgund (Dijon) nach Vezelay und über die Pyrenäen nach Santiago de Compostela.
Dort gilt es in der Kathedrale hinter dem Altar die Statue des Apostels Jakobus zu umarmen, was in diesem Jahr nicht so einfach war. Denn immer wenn der 25. Juli auf einen Sonntag fällt – wie in diesem Jahr – ist heiliges Jahr und in Santiago de Compostela herrscht Hochbetrieb. So musste auch Wipper geraume Zeit Schlange stehen, um nach rund 2700 Kilometern den heiligen Jakobus zu umarmen. Damit wird – so die Legende – im Herzen eine Glocke angeschlagen. Sollte sie einmal verstummen – dann wird es Zeit, sich wieder aufzumachen.
Der Vortrag fand im Rahmen des „Tags der Mitarbeiter“ statt. Nach Gottesdienst und Vortrag waren die Mitarbeiter zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen.







