Aktuelle Ausgabe
2012-20

Neues Buch verzeichnet alle öffentlich zugänglichen religiösen Flurdenkmäler in Verl

„Interessierte Rentner“ auf Spurensuche

Das Titelbild des neuen Buches zeigt die Markuskapelle am Kapellenweg/Ecke Mühlenstraße, die um 1880 errichtet wurde.

Verl. Es ist ein ungewöhnliches Hobby, das Werner Boettcher seit knapp drei Jahrzehnten pflegt. Die Wegkreuze, Bildstöcke und Kapellen in seiner Heimatstadt Verl haben es ihm angetan. Nun hat er gemeinsam mit Manfred Symann und Bernhard Klotz alle 141 öffentlich zugänglichen religiösen Kulturdenkmäler der Stadt in einem Buch zusammengestellt, dem Heft 9 der Heimatkundlichen Schriftenreihe des Heimatvereins Verl.

von Ruth Lakenbrink

Für Werner Boettcher selbst schließt sich mit „Wegkreuze – Bildstöcke – Kapellen Stadt Verl“, so der offizielle Titel des 92-seitigen Buches, der Kreis. Bereits 1982 hatte sein Interesse für die religiösen und oftmals wenig beachteten Zeugnisse am Verler Wegesrand in einem Buch namens „Zeichen am Weg“ zum Ausdruck gebracht, aber das sei „ganz anders konzipiert“ gewesen, berichtet der Autor. Als nun Anfang 2009 erneut die Idee aufkam, die Wegkreuze, Bildstöcke und Kapellen der Stadt für die Nachwelt zu dokumentieren, gingen die „interessierten Rentner“, wie Boett­cher sich und seinen Mitstreiter Manfred Symann bezeichnet, in Verl (Boettcher) und Kaunitz (Symann) auf Spurensuche. Seit März 2009 haben die Autoren an dem Buch gearbeitet, haben nicht nur die 141 Orte aufgesucht und fotografisch festgehalten, sondern auch in den Archiven, etwa im Diözesanarchiv in Paderborn, recherchiert. Sie haben mit den Besitzern, Kirchenvertretern, den Bildhauern und der Unteren Denkmalbehörde gesprochen, um möglichst detaillierte Informationen zu den einzelnen Flurdenkmälern zu erhalten.
Nach einem umfangreichen Einführungsteil, der die religiösen, kulturellen und sozialen Hintergründe sowie die Symbolik und die Strukturmerkmale solcher Denkmäler beleuchtet, wird jedes der 141 Bauwerke, von denen 27 unter Denkmalschutz stehen, mit Bild und einer kurzen Beschreibung vorgestellt. Um den Lesern dabei die Orientierung innerhalb des Stadtgebietes zu erleichtern, schließt sich ein fünfseitiger, von Manfred Hansen und Arno Symann erstellter Stadtplan an, in dem die Standorte verzeichnet sind.
So findet der Leser auch leicht das älteste Glaubensrelikt am Lönsweg, das 1706 errichtet wurde oder den neuen, erst vor wenigen Monaten eröffneten ökumenischen Besinnungsweg „Verler Kirchwege“ (Der DOM berichtete). „Die zehn Sandsteinstelen sind als eine neue Form der Flurdenkmäler anzusehen“, meint Bernhard Klotz, der vor allem für die Organisation verantwortlich zeichnet und einige Fotos beisteuerte.
Erfreut stellte Boettcher bei seiner Rundreise fest, dass einige der zahlreichen religiösen Zeichen sogar besser erhalten sind als sie es vor knapp 30 Jahren waren. Auch den Trend, der Landschaft weitere religiöse Symbole zuzufügen, konnten die Autoren feststellen. Daher erhebt das Buch auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, auch wenn darin erstmals alle öffentlich zugänglichen religiösen Flurdenkmäler Verls verzeichnet sind. Denn die mehr und mehr in Privatgärten errichteten religiösen Symbole konnten nicht berücksichtigt werden.
Ermöglicht wurde das Buch, das in einer Auflage von 1 000 Exemplaren gedruckt wurde und zum Preis von fünf Euro erhältlich ist, erst durch eine großzügige Spende von Elisabeth Beckhoff anlässlich ihres 85. Geburtstages.


23.05.2012
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