Weihbischof Hubert Berenbrinker ist als Bischofsvikar für die Priesterfortbildung zuständig
„In einer Zeit voller Veränderungen ist beständige Weiterbildung erforderlich“

- Hubert Berenbrinker wurde 1950 in Verl geboren. Nach einem Studium der Theologie und Philosophie in Paderborn und Innsbruck wurde er 1977 zum Priester geweiht. Von 1989 bis 2004 war er Pfarrer in Siegen und von 1994 bis 1998 Dechant des Dekanates Siegen sowie von 1998 bis 2004 Regionaldekan der ehemaligen Seelsorgeregion Siegerland-Südsauerland. 2004 wurde er Leiter der Zentralabteilung Pastorales Personal im Generalvikariat. Im April dieses Jahres wurde er zum Weihbischof ernannt. Als Bischofsvikar ist er für die Priesterfortbildung und die Begleitung der Geistlichen im Ruhestand zuständig.
Das „lebenslange Lernen“ ist heute untrennbar mit jedem Beruf verbunden. Das gilt auch für Priester, wie Weihbischof Hubert Berenbrinker in seinem Gastartikel für diese Dom-Ausgabe beschreibt. Er zeigt darin auf, wie die Angebote für die Geistlichen in der Diözese strukturiert sind und welches Ziel damit verfolgt wird.
von Hubert Berenbrinker
Wenn in unserer Diözese ein junger Mann zum Priester geweiht wird, hat er ein Theologiestudium und eine umfassende Ausbildung auf seinen priesterlichen Dienst hin abgeschlossen. Aber er hat auch noch durchschnittlich eine Zeit von 40 bis 50 Jahren seines priesterlichen Dienstes vor sich. Allein diese Tatsache macht deutlich, dass eine beständige Weiterbildung erforderlich ist, insbesondere in einer Zeit, die schnellen und vielfältigen Veränderungen unterworfen ist.
Das von der Kleruskongregation in Rom veröffentlichte Dokument „Direktorium für Dienst und Leben des Priesters“ spricht von einer „formatio permanens“, einer ständigen Formung und Zurüstung. Diese ist erforderlich, damit der Priester seinen Dienst in angemessener Weise ausüben kann. Die Weiterbildung hat entsprechend des Dokumentes sowohl menschliche, wie auch geistliche, geistige und pastorale Aspekte.
Die Sorge um die Weiterbildung der Priester ist jedem Diözesanbischof besonders ans Herz gelegt. Erzbischof Hans-Josef Becker hat mich zum Bischofsvikar für die Priesterfortbildung ernannt. Mir obliegt – in Zusammenarbeit mit Pastor Professor Dr. Christoph Jacobs, Domvikar Dr. Michael Bredeck und Pastor Dr. Gotthard Fuchs – die Planung und konkrete Ausgestaltung der Priesterfortbildung.
Um Schwerpunkte der Priesterfortbildung im Erzbistum Paderborn aufzuzeigen, seien einige Angebote vorgestellt:
Priester sind Geistliche. Deshalb stehen geistliche Angebote an erster Stelle. Zum Beispiel Exerzitien, zu denen konkret eingeladen wird oder die in einem von uns herausgegebenen Exerzitienkalender für den ganzen deutschsprachigen Raum veröffentlicht sind.
Zum Standardprogramm der Priesterfortbildung gehört in unserer Diözese die Durchführung von jährlich zwei Priestertagen. Zu diesen Tagen werden renommierte Referenten eingeladen, die zu kirchlich und gesellschaftlich relevanten Fragen Stellung nehmen. So hat im Frühjahr dieses Jahres Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn aus Wien zu der von ihm angestoßenen Diskussion um die christliche Schöpfungslehre gesprochen. Zum Angebot der Priesterfortbildung gehören auch Kurse zur Begleitung der Neupriester in der ersten Berufsphase, Kurse zur Erlangung des Pfarrexamens, sogenannte „Verwaltungswerkwochen“ und Schulungen für Priester, die mit Leitungsaufgaben betraut sind.
In Zusammenarbeit mit der Weiterbildung der Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten gibt es Kurse, die sich mit pastoraltheologischen Themen und der konkreten Seelsorge beschäftigen.
Nicht zuletzt hat sich die Priesterfortbildung am Prozess „Perspektive 2014“ aktiv beteiligt. In Werkwochen, an denen in den vergangenen zwei Jahren fast alle Priester unserer Diözese teilgenommen haben, wurden Überlegungen zur Lebensform der Priester und zur künftigen Seelsorge angestellt.
Festzustellen ist, dass die Priesterfortbildung in unserer Diözese einen hohen Stellenwert hat und professionell gestaltet wird. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst der verantwortlichen Mitarbeiter in der Priesterfortbildung, die ihr Ohr am Puls der Zeit haben, sowohl was Theologie und Spiritualität betrifft, als auch die fachlichen und menschlichen Erfordernisse, die für die Ausübung des priesterlichen Dienstes notwendig sind.
In Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen für die Weiterbildung der Diakone, der Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten, den Fachabteilungen und Unterstützungsdiensten des Generalvikariates, wird gute Arbeit geleistet.
Am 1. Januar 2008 gab es in unserer Diözese 1169 Priester, davon 369 im Ruhestand, von denen aber noch viele nach Kräften in der Seelsorge weiter mitarbeiten. Es ist eine Ermutigung für die ganze Diözese, dass die meisten unserer Priester die Weiterbildung in all ihren Dimensionen wahrnehmen, um ihrer Berufung entsprechen zu können.






