Die Kirche St. Franziskus in Neheim wurde vor 25 Jahren konsekriert
Im Geiste von Franz Stock
Arnsberg-Neheim. Dass Franz von Assisi vor 25 Jahren der Patron der Kirche St. Franziskus in Neheim wurde, verdankt er Franz Stock. Denn dieser als Brückenbauer zwischen Deutschland und Frankreich verehrte Neheimer Priester war Mitglied der Jugendbewegung „Compagnons de Saint Francois“. Am Samstag startet die Gemeinde eine Festwoche aus Anlass des Jubiläums.

- Die St.-Franziskus-Kirche in Neheim wurde vor 25 Jahren konsekriert, links der Franz-Stock-Kindergarten.
Gern hätte man 1983 das Patronat der neuen Kirche Franz Stock selbst übertragen. Doch der ist (noch) kein Seliger. Nach ihm konnte deshalb nur das Gemeindezentrum benannt werden. Im Reliquiengrab des Altares befinden sich dafür aber Überreste eines Zeitgenossen von Franz Stock, des heiligen Maximilian Kolbe, ein Franziskanerminorit, der im Konzentrationslager Ausschwitz sein Leben für einen Familienvater gab. Durch die Neugestaltung des Grundsteins wird aber auch besonders an den Neheimer Gefangenenpriester und Friedensstifter Franz Stock erinnert.
Die Anfänge der Pfarrei St. Franziskus reichen bis ins Jahr 1953 zurück, als die Neheimer Gemeinde St. Michael für das Neubaugebiet Müggenberg und später zusätzlich Rusch eine Kirche plante. Keimzellen der neuen Gemeinde waren aber erst Familiengruppen, die sich ab Beginn der 70-er Jahren entwickelten und den Bau des Gemeindezentrums mit Kindergarten anstießen. Ab Ende 1974 fanden zudem schon Gottesdienste in der Grundschule statt. Das erste Pfarrfest gab es bereits 1975. Der erste Spatenstich für die neue Kirche erfolgte 1981. Die St.-Franziskus-Kirche wurde dann am 28. Mai 1983 vom damaligen Weihbischof Hans Leo Drewes konsekriert. Bis zur Errichtung der selbstständigen Pfarrei St. Franziskus dauerte es aber noch einige Jahre. Erst am 1. Februar 1997 wurde die St.-Franziskus-Gemeinde unabhängig von der „Mutter-Pfarrei“ St. Michael. Mit der Errichtung des Pastoralverbunds Neheim-Ost im Sommer 2001 ist die neue Pfarrei wieder eng mit der Pfarrei St. Michael verbunden.
Seit Gründung der Pfarrei St. Franziskus hat die Mitgliederzahl von 3000 auf gut 2300 abgenommen. Die Gründe sind aber weniger in der Zahl der Kirchenaustritte zu suchen, als vielmehr im Wegzug von jungen Familien nach Bergheim, dem Auszug der erwachsenen Kinder aus dem Elternhaus und der allgemein zurückgehenden Bevölkerungsentwicklung. Für den Pfarrer von St. Franzikus und Leiter des Pastoralverbunds Neheim-Ost, Heinrich Oest, ist es deshalb wichtig, der Gemeinde ein Profil zu geben. Gegenwärtig werde die Situation im Pastoralverbund analysiert und ein Konzept entwickelt. Damit wolle man „neue Handlungsoptionen“ für die nächsten Jahre finden. Möglicherweise werde man manche Angebote streichen, um in einem bestimmten Bereich einen Schwerpunkt zu setzen, erklärte Pfarrer Oest. Etwa bei der Stärkung von Familien.
Das Kirchweih-Jubiläum feiert die Gemeinde mit einer Festwoche, die an diesem Samstag, 24. Mai, mit einem Pfarrfest startet. Los geht es mit einem Fußballturnier um 15 Uhr. Am Sonntag eröffnet ein Festgottesdienst um 11.15 Uhr die Feierlichkeiten, bei denen ein Menschenkicker Aktion für Jugendliche bietet. Von Montag bis Freitag ist jeder Tag einer anderen Zielgruppe gewidmet, zunächst den Frauen mit einem Auftritt der Kabarettistin Kathrin Heinrichs; dann den Senioren, den Männern, den Kindern (mit einem Auftritt des Kinderliedermachers Matthias Meyer Göllner) sowie der Jugend.
Das eigentliche kirchliche Jubiläum ist für Sonntag, 1. Juni, geplant. Um 14.30 Uhr hält Weihbischof Matthias König ein Pontifikalamt. Der Weihbischof war von 1985 bis 1989 selbst Vikar in Neheim. Anschließend findet ein Festakt im Franz-Stock-Zentrum statt.
jon
Weitere Informationen im Pfarrbüro unter Tel. 0 29 32 / 8 12 17 oder im Internet unter www.sankt-michael-neheim.com. Dort finden sich unter „Publikationen“ weitere ausführliche Informationen im Infoblatt „Die Woche“ des Pastoralverbundes Neheim-Ost.






