Seit nunmehr 45 Jahren unterstützt Avenwedder Pater-Noldus-Aktion Menschen in Sulawesi
Hilfsbereitschaft kennt keine Grenzen
Gütersloh (ms). Vor 45 Jahren schickte die Pater-Noldus-Aktion die ersten Hilfsgüter auf die Insel Sulawesi. Niemand ahnte damals, dass aus der winzigen Missionsinitiative in Avenwedde eine große Hilfs- und Solidargemeinschaft werden würde. Inzwischen sind enge Freundschaften entstanden zwischen indonesischen und deutschen Christen. Den anhaltenden Erfolg belegte auch die Rückschau auf das Aktionsjahr 2009/2010 im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Haus Hermjohannknecht. Das Spendenaufkommen beläuft sich derzeit auf zweieinhalb Millionen Euro. Der Wert der Hilfsgüter beträgt mehr als das Zehnfache der Summe. Allein im vergangenen Jahr wurden Projekte mit knapp 50 000 Euro gefördert. Heinz Riedel (Verl) und Udo Keuter (Gütersloh) übernahmen die Revisorarbeit und leiteten mit ihrem Bericht die Entlastung des Gesamtvorstands ein.
„Die Hilfe, die wir in all den Jahren leisten konnten, darf nicht versanden“, so der inständige Appell von Hermann Hermjohannknecht, der weiß, wovon er spricht. Denn er übernimmt in jedem Jahr Inspektionsreisen, die er aus eigener Tasche bezahlt. Von jeder Reise bringt er eine lange Bittstellerliste mit. Naturkatastrophen, Epidemien und politische Einflüsse stellen den Erzbischof und die Priester drüben vor oft unlösbare Aufgaben: „Sie treffen besonders die Armen, die nicht wissen, wie sie ihre Großfamilien durchbringen und die unvorstellbare Armut bekämpfen sollen“ – und die Erzdiözese Makassar ist weit weg.
110 Kinder können dank der Aktion die Schule besuchen, weil ihr Schulgeld bezahlt wird. „Die Warteliste der schulpflichtigen Kinder, die nichts sehnlicher wünschen als aufgenommen zu werden, ist unübersehbar lang.“ Hermjohannknecht formuliert eine nachhaltige Zukunftsinvestition: „Unser Bestreben ist es, dass jedes Kind zunächst in Makassar und später im Land die Schule besuchen kann.“ Nur durch Bildung und berufliche Ausbildung in den dafür eingerichteten Zentren ist die Entwicklung langfristig zu sichern, wissen auch die Missionsreisenden. Und so arbeitet die Aktion nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Mit Sachgegenständen aus über 800 Schiffscontainern konnten Polikliniken, Werkstätten, Kirchen, Versammlungshäuser, ein Lepradorf, Schulen für Hauswirtschaft, Kindergärten, Waisenhäuser und Entbindungsstationen eingerichtet werden. Das derzeitige Einfuhrverbot der Regierung für Hilfsgüter trifft die Menschen daher besonders schwer.
Mit den neun Priestern, die sich auf die Priesterweihe vorbereiten, sind es insgesamt 120, die in den letzten Jahrzehnten mit Hilfe der Avenwedder Aktion ihr Theologiestudium abschließen und die pastorale Arbeit in dem weitläufigen Land aufnehmen konnten. Jeder Neupriester bekommt zur Priesterweihe einen Kelch von der PNA. Einige von ihnen werden während der Ferienwochen Priester in Deutschland und in der Region vertreten.
Auch Pater van Rooy, der sich seit 15 Jahren der Waisenkinder und sehr vielen alten Menschen annimmt, wurde weiter unterstützt. Mit den Jugendlichen baut er völlig mittellosen und kranken Menschen ihre alten verfallenen Hütten wieder auf. Christen, die in den Bergregionen eine eigene kleine Kirche errichten möchten, wird das Baumaterial gestellt. Weil die Spenden hier und auch drüben rückläufig sind, muss viel zu oft der Rotstift angesetzt werden. Doch es gibt auch viel Positives, das den Menschen Hoffnung macht.







