Aktuelle Ausgabe
2012-20

Monsignore Alule berichtete beim Kolpingforum Balve über Uganda

Hilfe zur Selbsthilfe geleistet

Jörg Westermann, Monsig­nore Dr. Cosmas Alule und Theo Steffens.

Balve. „Uganda ist ein schönes Land“, betonte Monsignore Dr. Cosmas Alule im Pfarrheim vor 60 Zuhörern. Hier stellte der Geistliche auf Einladung des Kolpingforums Balve „Uganda: Land und Leute“ vor – 30 Millionen Einwohner aus 53 Stämmen leben in dem 241548 Quadratkilometer großen Staat.

von Julius Kolossa

In Gulu befindet sich das Priesterseminar, das von Monsignore Dr. Cosmas Alule seit fünf Jahren geleitet wird: „Damals waren es 124 Priesteramtskandidaten, im September werden es 209 sein.“ Eingesetzt werden sie später in Gemeinden in den 19 Diözesen. Etwa 80 Prozent der Mitglieder besuchen sonntags die Messfeier in den bis zu 30 Kilometer auseinander liegenden Pfarrgemeinden.

„Wir sind auf die Arbeit der Laien und Katecheten angewiesen“, stellt er klar, dass trotz der Zunahme an Kandidaten keineswegs ein Überfluss an Priestern vorliegt. Bezahlt werden diese von den Gemeinden, der Unterhalt der Kirchen wird durch Spenden von europäischen Hilfswerken wie „Misereor“, „Renovabis“, „Missio“ und „Kirche in Not“ ermöglicht. Auch der „Uganda-Kreis“ aus Garbeck trägt seinen Teil bei: Aufbau von zwei Bäckereien, Lieferung von landwirtschaftlichen Geräten und Nähmaschinen sowie finanzielle Unterstützung. 

Alule: „Wir sind dankbar für die Hilfe aus Europa, doch wir versuchen, unabhängig zu werden.“ Geduld sei angesagt, denn leicht sei dies nicht in der schwierigen politischen Situation, in der sich Uganda befinde: keine Meinungsfreiheit, Korruption in Regierung und Gesellschaft und hieraus resultierende wachsende allgemeine Unzufriedenheit: „Wir befürchten, dass es auch bei uns zu Aufständen wie in Ägypten, Tunesien und Libyen kommen kann.“ Die Inflation sei innerhalb eines Jahres von sechs auf 16 Prozent gestiegen, Fleisch und Fisch seien bis zu 175 Prozent teurer geworden, Mais plus 360 Prozent, Bohnen plus 270 Prozent, Benzin plus 148 Prozent und Diesel plus 162 Prozent. 

„Hilfe zur Selbsthilfe“ im Priesterseminar leistet der „Uganda-Kreis“. So war es auch durch die Hilfe aus Garbeck sowie aus diversen deutschen Diözesen möglich, dass im vergangenen Jahr 103000 Kilo Reis, 40000 KIlo Bohnen und 60000 Kilo Mais selbst erzeugt werden konnten. 

Weitere Unterstützung bekam der Priester in Höhe von 500 Euro, die von Theo Steffens und Jörg Westermann vom „Uganda-Kreis“ übergeben wurden. Zustande kam diese Summe durch Spenden, die nach jeder Führung durch die Bäckerei von Charly Grote gerne gesehen sind, und durch Aufstockung der Caritas aus Langenholthausen. Weitere 100 Euro stellte Engelbert Falke von der Kolpingsfamilie Balve zur Verfügung. Als Erinnerung an die diesjährige Afrika-Reise mit 15 Teilnehmern überreichten Tanja Ernst und Theo Steffens einen eigens erstellten Bildband. 

Monsignore Dr. Cosmas Alule übernimmt seit 1998 die Urlaubsvertretungen der Priester aus Balve, und ist seitdem hier ein gern gesehener Gast. 


23.05.2012
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