Paderborner Innenstadtkirche will Passanten mit besonderen Aktionen anlocken
Herz Jesu in Flammen
Paderborn. Sie steht mitten im Herzen Paderborns: Die Herz-Jesu-Kirche nahe des Westerntores. Seit September 2008 bietet der Pfarrgemeinderat der Gemeinde etwa vier- bis sechsmal im Jahr abendliche Gottesdienste an, um das Interesse der Gemeinde zu wecken. Kürzlich gab es wieder einen dieser Gottesdienste der besonderen Art.
von Ingo Kalischek
Die meiste Zeit über sei die Kirche geschlossen, sodass man häufig nur zu den Gottesdiensten hineingehen konnte. Ansonsten gebe es keine Möglichkeit, in die Kirche zu gehen, sagt Alexandra Boxberger, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Paderborn-West.
Dies wollte der Pastoralverbund nun ändern: Die Aktion „Herztöne“ sollte der Gemeinde die Möglichkeit bieten, auch während abendlicher Gottesdienste die Kirche zu besuchen.
„Mit dem Motto: ,Ausruhen vom Alltag’ wollen wir vor allem junge Erwachsene einladen, die am Wochenende abends in der Stadt sind und an unserer Kirche vorbeigehen“, erzählt Alexandra Boxberger. Jeder Interessierte könne in die Kirche gehen und sich die Aktion anschauen.
Die Rückmeldungen der Besucher seien durchweg positiv: „Bisher gab es noch keine kritischen Stimmen. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen offen sind für Abwechslung in der Kirche“, sagt Alexandra Boxberger.
Roland Schmitz ist Pastor im Pastoralverbund Paderborn-West. Er ist der Begründer der Aktion „Herztöne“. Gemeinsam mit einem Vorbereitungsteam gestaltet er die abendlichen Gottesdienste. „Unser Ziel ist es, dass jedem Besucher etwas geboten wird. Deshalb ist unser Angebot vielfältig“, erzählt Pastor Schmitz. So sei bereits bei früheren Veranstaltungen mit E-Gitarre und Saxophon musiziert worden. Auch moderne Musik sei in der Kirche kein Problem. Außerdem sei den Besuchern auch rund um den Valentinstag, passend zum Motto, zu Beginn ein Gummiherz geschenkt worden.
Kürzlich fand wieder ein abendlicher Gottesdienst der Aktion „Herztöne“ statt. Diesmal mit dem Namen: „Herz Jesu im Licht“. Am Kircheneingang waren Fackeln aufgestellt. Jeder Besucher wurde persönlich von den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates begrüßt.
In der dunklen Kirche gab es dann ein tolles Bild: Einzelne Heiligenfiguren wie die der Muttergottes wurden angestrahlt, vor jeder Kirchenbank waren Kerzen aufgestellt. Einen besonderen Blickfang bildete orange angeleuchteter Weihrauch. Dieser erweckte den Eindruck, dass die Kirche in Flammen steht.
Das Vorbereitungsteam, das in der ganzen Kirche verteilt war, las Texte mit inhaltlichen Bezügen zu „Licht“, „Sonne“ und „Feuer“ vor. Außerdem gab es Musikbeiträge wie „Licht am Ende des Tunnels“ oder „Christus du bist das Licht der Welt“.
„Ich bin hin und wieder hier und besuche die Veranstaltungen, da mich die Lage und Akustik der Kirche beeindrucken“, sagte Stefan Nagels, ein in der Kirche engagierter Jugendlicher.
Pastor Schmitz und das Vorbereitungsteam wollen in Zukunft weitere Ideen umsetzen. „Unser nächstes Ziel ist es, die Veranstaltung auch draußen vor der Kirche zu halten, um noch mehr Aufmerksamkeit und Interesse zu wecken.“







