Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Stadt Winterberg ehrt fünf Bürger für ihr Engagement in Kirche und Gesellschaft

Herausragender Einsatz

Verleihung der Winterberger Ehrenmedaillen (v. l.): Bürgermeister Werner Eickler, Msgr. Dr. Wilhelm Kuhne, Rudolf Kretzer, Fritz Schmitt, Barbara Ortwein, Gisela Leber und der 1. stellvertretende Bürgermeister Bernd Braun.

Winterberg (jon). Die Ehrenmedaille der Stadt Winterberg haben jetzt fünf herausragende Persönlichkeiten der Stadt erhalten, nicht zuletzt auch dank ihres ehrenamtlichen Engagements in Kirche und Gemeinde. Alles Große in der Welt entstehe dort, „wo jemand mehr tut als er tun muss“, zitierte Bürgermeister Werner Eickler den Gründer der SOS-Kinderdörfer Hermann Gmeiner.

„UKW“ werde Msgr. Dr. Wilhelm Kuhne liebevoll von den Menschen der Region genannt, würdigte Bürgermeister Werner Eickler. Zwar habe „unser kleiner Willi“ vielleicht nicht „die imposanteste körperliche Statur“, aber alles andere an ihm sei groß: „ein großer Priester mit Leib und Seele, ein begnadeter und brillanter Prediger und Festredner und schließlich ein Historiker, von dessen Format es in unserer Heimat nicht viele gibt“, lobte Bürgermeister Eickler. Rund 30 Jahre lang war Msgr. Dr. Wilhelm Kuhne Rektor der Landvolkshochschule Hardehausen, bevor er sich in Niedersfeld niederließ und die Seelsorge im benachbarten Grönebach übernahm. Darüberhinaus sei der „lebhafte Unruhestand“ des 82-Jährigen geprägt von kontinuierlicher ehrenamtlicher Tätigkeit auf verschiedensten Ebenen, „allerdings immer auf ein Ziel hin ausgerichtet“, würdigte Werner Eickler: „Auf der Grundlage religiöser und humaner Werte der abendländischen Kultur Verantwortung zum Engagement für Toleranz und Frieden zu wecken.“ Das gelinge ihm „durch seine Energie und Zielstrebigkeit, durch seine Kompetenz und Kreativität und nicht zuletzt durch seine Begeisterungsfähigkeit und Überzeugungskraft“. Auch heute noch sei er ein gefragter und begnadeter Referent zu historischen, wie auch kulturellen und gesellschaftlichen Themen.
Diakon Rudolf Kretzer wurde für sein großes ehrenamtliches Engagement für seinen Heimatort Niedersfeld geehrt. „Insbesondere der Erhalt und die Stärkung der Dorfgemeinschaft sind ihm ein Herzensanliegen“, sagte Bürgermeister Eickler. Ein „ganz herausragendes Engagement“ liege in seinem „beständigen und unermüdlichen Einsatz“ für die Kirchengemeinde. Als langjähriges Mitglied sowohl im Kirchenvorstand als auch im Pfarrgemeinderat  habe er sich „immer mit an erster Stelle“ engagiert, wenn Pfarrfeste oder Prozessionen anstanden. Die gelungene Kirchenrenovierung in den Jahren 2003 und 2004 trage deutlich die Handschrift von Rudolf Kretzer. Eine tiefe, christliche Überzeugung habe ihn veranlasst, 2001 Diakon zu werden. Dafür habe er 2004 auch seine 16-jährige Mitgliedschaft im Stadtrat beendet.
Gisela Leber aus Neuastenberg ehrte der Bürgermeister für ihr soziales und politisches Engagement. Auch im kirchlichen Bereich setze sie sich vielfältig ein, so seit fünf Wahlperioden im Pfarrgemeinderat sowie im Kirchenvorstand von St. Laurentius in Neuastenberg. Den Förderverein Friedhofskapelle habe sie mitgegründet, zudem den Lourdesverein in der Region Sauerland ins Leben gerufen. Jedes Jahr sorge Gisela Leber, die seit 2004 auch zweite stellvertretenden Bürgermeisterin ist, für die Organisation der regelmäßigen Wallfahrten nach Lourdes.
Barbara Ortwein wurde für ihren Einsatz im musischen Bereich geehrt. Die Oberstudienrätin am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg habe über ihren beruflichen Einsatz hinaus „ein enormes ehrenamtliches Engagement zum Wohle Winterbergs“ entwickelt. Ganz wesentlich sei es ihr gelungen, das musikalische Leben Winterbergs mit Orchester- und Chorarbeit, Konzerten, Theateraufführungen und Musicals zu bereichern. Daneben habe sie ihren Schülern die Liebe zu Musik und Kultur vermittelt.
Fritz Schmitt aus Winterberg ehrte Bürgermeister Werner Eickler für seinen langjährigen Einsatz vor allem im Hintergrund. Vielen sei der als „Millimeter-Fritz“ ein Begriff. Als solcher übernahm der stets sehr genau arbeitende Fritz Schmitt etwa unentgeltlich die Bauleitung bei der Renovierung der Kirche St. Jakobus der Ältere in Winterberg. Mit seinem Fachwissen habe er der Kirche seinerzeit Kosten in Höhe von 500000 Mark erspart. Für seine herausragende Arbeit und seinen hervorragenden Eifer zugunsten von Kirche und Papst erhielt Fritz Schmidt 1996 anlässlich seines 70. Geburtstages den päpstlichen Orden „Pro ecclesia et pontifice“. Auch in der Kolpingsfamilie Winterberg war Fritz Schmitt lange Jahre vielseitig engagiert, davon sieben Jahre als Vorsitzender. Als Kriegsversehrter nahm er auch an Behindertenweltmeisterschaften und den Paralympics im alpinen Skilauf teil, wurde 1977 sogar deutscher Meister im Torlauf.
Im Namen der Geehrten rief Msgr. Kuhne alle Bürger zum ehrenamtlichen Engagement auf: „Macht mit.“


23.05.2012
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