Das Fachseminar für Altenpflege in Brakel bietet auch Trainingskurse an
Gute Berufschancen in der Altenpflege
Brakel. Die Pflegebranche stelle einen stabilen Wachstumsmarkt dar, betont Bernhard Große-Bölting, Leiter des Fachseminars für Altenpflege in Brakel. Die Altenpflege biete sichere Arbeitsplätze und der Bedarf werde künftig noch steigen.
von Richard Schleyer
„Ein Beruf im Bereich der -Altenpflege eignet sich besonders für Frauen, die nach der Familienphase wieder ins Arbeitsleben einsteigen wollen.“ So betont Bernhard Große-
Bölting, Chef der Brakeler Al-tenpflegeschule und weist darauf hin, dass gerade für diesen Kreis einst die Altenpflegeausbildung konzipiert wurde. Inzwischen würden sich verstärkt auch jüngere Frauen und sogar Männer für eine Tätigkeit in der Altenpflege interessieren. „Jüngere lernen leichter, Ältere sind aber ehrgeiziger“, so fasst der Brakeler Schulleiter seine Erfahrungen zusammen. Männer und Frauen bis zum Alter von 50 Jahren steht die Altenpflegeausbildung offen.
Die Altenpflegeschule Brakel besteht seit 1981. Sie kann jährlich bis zu 25 Personen in den Kurs für Altenpflegerinnen und 25 in den für Altenpflegehelfer aufnehmen. Die Ausbildung der ersteren dauert drei Jahre und umfasst 2 100 Stunden Theorie und 2 500 Stunden in der Praxis, für die Altenpflegehilfeschüler sind es 750 Stunden Theorie und 900 Praxisstunden. Wobei die theoretische Ausbildung im Brakeler Fachseminar in Form von Blockunterricht stattfindet.
Über 30 Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege arbeiten mit der Brakeler Altenpflegeschule zusammen und haben sich vertraglich verpflichtet, ihre Leute dort ausbilden zu lassen. Jene würden ihre Ausbildungsplätze allerdings selten ausschreiben, erklärt Bernhard Große-Bölting, sondern eher auf persönlichen Kontakt hin vergeben. Der Dipl.-Theologe lobt auch die gute Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen in Paderborn und Höxter. Diese würden für Arbeitssuchende eine Ausbildung in der Altenpflege stark fördern. Wobei aber, wie Große-Bölting betont, keine Arbeitslosen zu ihnen „geschickt“ werden, sondern sich freiwillig bewerben und vorstellen. Die Bewerber steigen auch nicht gleich voll ein, sondern können sich in einer dreimonatigen Trainingsmaßnahme testen, ob eine Tätigkeit in der Altenpflege für sie infrage käme. Eingeschlossen ist eine sechswöchige Praxisphase in einer Einrichtung. Die theoretische Ausbildung dieses Trainings qualifiziert als „Betreuungskraft für Demenzkranke“, die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat. Sie können damit in Altenheimen und Tagesreinrichtungen zur Betreuung Demenzkranker eingesetzt werden, meist eine stundenweise Tätigkeit in Teilzeit. Die Betreuer begleiten dann demente alte Menschen bei ihren Alltagsbeschäftigungen, werden aber nicht im eigentlich pflegerischen Bereich eingesetzt. Die Anstellung solcher Dementenbetreuer wird inzwischen von der Pflegeversicherung refinanziert, um die teuren qualifizierten Pflegekräfte zu entlasten. 20 solcher Betreuer haben kürzlich in Brakel ihr Zertifikat erhalten. Acht davon werden eine Ausbildung zur Altenpflegehilfe anschließen.
Gute Altenpflege werde künftig nur zu gewährleisten sein, wenn es den Einrichtungen gelinge, ehrenamtliche Helfer an sich zu binden. Dessen ist sich Bernhard Große-Bölting sicher. Damit ändere sich auch das Arbeitsbild der Heim- und Pflegedienstleitungen. Diese müssten viel Energie und Zeit dafür aufwenden, ehrenamtliche Helfer zu gewinnen, gut einzusetzen und zu begleiten.&nb






