Pilotprojekt des Erzbistums in der Dortmunder Liebfrauenkirche / Platz für 4 200 Urnengräber
Grabeskirche öffnet am 2. November

- Am Fest Allerseelen soll die Grabeskirche Liebfrauen in Dortmund ihrer Bestimmung übergeben werden: Verwaltungsleiterin Catrin Drewes, Propst Andreas Coersmeier und Elmar Hoffmann, Geschäftsführer des Gemeindeverbandes katholischer Kirchengemeinden Östliches Ruhrgebiet (v. l.). Fotos: Wiedenhaus
Dortmund (-haus). Passend zum Fest Allerseelen wird die Dortmunder Liebfrauenkirche am 2. November ihrer Bestimmung als Grabeskirche übergeben. Während einer Bauzeit von zwei Jahren wurde die Pfarrkirche als Pilotprojekt in das erste Kolumbarium im Erzbistum Paderborn umgebaut. In der ersten Ausbaustufe soll die Grabeskirche Liebfrauen Plätze für 4 200 Urnengräber bieten.
Noch herrscht in dem Gotteshaus das Bild einer typischen Baustelle vor: Gerüste stehen an den Wänden, der Boden ist abgedeckt, Baumaschinen lärmen. Doch der Dortmunder Propst Andreas Coersmeier ist sicher, dass die Arbeiten bis zur Eröffnung fertiggestellt sein werden: „Alles verläuft nach Plan.“
Rückblickend, so der Propst, sei die Entscheidung „absolut richtig“ gewesen: „Vor dem Hintergrund, dass die Liebfrauen-Gemeinde von einmal rund 14 000 auf knapp 2 000 Mitglieder geschrumpft ist, führte kein Weg daran vorbei, sie mit der Propsteigemeinde zu vereinen.“ Hinzu kam ein hoher Sanierungsbedarf für die aus dem 19. Jahrhundert stammende Kirche. Verschiedene Überlegungen zur Umnutzung führten 2008 schließlich zu der Entscheidung, die Kirche in eine Urnengrabstätte umzuwandeln. Propst Coers-meier: „Angesichts der sich wandelnden Bestattungskultur gerade in großstädtischen Ballungsräumen eine zukunftsweisende Überlegung.“ Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Kirche ihren Stellenwert als „Ort christlicher Verkündigung“ behalte: „Über allem steht die christliche Botschaft der Auferstehung.“ Weiter, erläutert der Propst, solle das Angebot der Grabeskirche über die Bestattung hin-aus auch Trauerbegleitung vermitteln.
Den Wettbewerb zur Umgestaltung es Innenraums hatte das Berliner Architekturbüro von Professor Volker Staab gewonnen. „Ausschlaggebend für diese Entscheidung“, so Elmar Hoffmann vom Gemeindeverband Östliches Ruhrgebiet als Träger der Grabeskirche, „war, dass dieser Entwurf mit seiner niedrigen Anordnung der Urnengräber wie Kirchenbänke die Wirkung des Raumes erhält.“
„Bestattungen sind möglich in Urnenkammern mit zwei Urnenplätzen, Urnenreihengrabplätzen oder Urnengemeinschaftsgräbern“, erläutert Verwaltungsleiterin Catrin Drewes. Je nachdem, welche Bestattungsart gewählt wird, kostet ein Urnenplatz zwischen 1 600 und 3 500 Euro. In diesem Zusammenhang weist die Verwaltungsleiterin darauf hin, dass nach Ablauf einer Ruhezeit von 20 Jahren die Asche der Verstorbenen in einem Aschebrunnen in der Mitte der Kirche verbleibe. Zusätzlich wird jeder verstorbene in das Buch des Lebens eingetragen, das mit der Osterkerze und dem Aschebrunnen eine Achse zum früheren Altarraum bildet. Dort sollen künftig die Trauergottesdienste gefeiert werden. Die Kirche wird ab dem 3. November täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet sein.






