„Pilgern mit PS 2011“: Motorradfahrer aus dem Erzbistum unternahmen eine etwas andere Pilgerfahrt
Glaubenserfahrung in den Dolomiten
Bielefeld. „Pilgern mit PS 2011 – Zum Dach Europas“, unter diesem Motto unternahmen 22 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer im Sommer eine Pilgerreise in die Alpen. Peter Pütz, Dekanatsreferent im Dekanat Bielefeld-Lippe, war mit dabei und schildert seine Eindrücke im Reisebericht.
Sonntag, 7. August 2011: Gegen 10 Uhr treffen sich die 22 PS-Pilger am vereinbarten Ort, der Kapelle „Hillige Seele“ in Dörenhagen. Die Aufbruchstimmung ist fühlbar. Aber bevor es heißt „start your engines“ wird deutlich, dass dies nicht irgendeine Motorradreise ist. Die „Pilger“ beginnen ab jetzt jeden Morgen mit einem spirituellen „Zündfunken“. Den Auftakt macht an diesem Tag ein Gottesdienst in der Hilligen Seele, der unter dem Titel „Aufbruch“ steht. Dazu gibt es ein von den Veranstaltern zusammengestelltes „Roadbook der Seele“, das jedem Teilnehmer ausgehändigt wird. Es wird uns die gesamte Tour mit Gebeten, Texten und Liedern begleiten.
Nach letzten Absprachen wird endlich gruppenweise aufgesessen. Über kurvige Landstraßen geht es zum Ziel des ersten Tages: Oberhof in Thüringen.
Nach Zimmerbezug und Abendessen wird jeder Tag inhaltlich durch das „Nachtickern“ beschlossen. Und wer einmal das Knistern eines heiß gefahrenen Motorrades gehört hat, weiß, woher dieser Titel der Tages-Abschlussrunde kommt. Hier gibt es Gelegenheit, die Erfahrungen des Tages noch einmal dem großen Kreis zugänglich zu machen.
Montag, 8. August 2011, Oberhof: Über einen Abstecher ins Deutsch-Deutsche Museum nach Mödlareuth fahren wir weiter nach Haibach. Das Wetter hat sich nach dem Wolkenbruch erholt und wir kommen trocken in Bayern an. Evi, unsere Gastgeberin, hat für den nächsten Morgen die Pfarrkirche für uns geöffnet und die „Messnerin mit Pralinen bestochen“. So werden wir, nach dem „Zündfunken“ in der Kirche, mit Glockengeläut aus dem Ort verabschiedet. „Gemeinde auf Zeit“ geht es mir durch den Kopf. Heute (Dienstag) sind wir nach Stuhlfelden in Österreich unterwegs. Die ersten Berge kommen in Sicht und die Spannung wächst.
Mittwoch, 10. August 2011, Stuhlfelden: Ziel dieses Tages ist Afers in Italien, inmitten der Dolomiten auf rund 1900 Meter Höhe. Nach einem intensiven „Zündfunken“ in der Pfarrkirche in Stuhlfelden stehen die Entscheidungen über die Tagesrouten der drei Gruppen an: entweder über die Großglockner-Hochalpenstraße mit der Gefahr von Schnee und Glätte oder aber der Felbertauerntunnel (Tunnel sind nicht gerade Motorradfahrers Liebling). Zwei Gruppen entscheiden sich für die Hochalpenstraße und eine für die Strecke durch den Tunnel.
Donnerstag, 11. August 2011: Der Tag ist wieder besonders, ist er doch der Einzige, an dem es keinen „Zündfunken“ am Morgen gibt. Dafür gibt es gegen Mittag ein Treffen der Gruppen auf dem Passo di Giau (2233 Meter) und einen einfühlsamen Gottesdienst in der dortigen Kapelle.
Drei weitere Tourtage in den Dolomiten und der Weg über Imst in Österreich zurück nach Deutschland haben diese Erfahrungen weiter intensiviert. Der letzten Übernachtung am Samstag, 13. August, in Rothenburg ob der Tauber, folgt unweigerlich der letzte „Zündfunke“ am Sonntagmorgen. Auch wenn es schwer fällt: Abschied ist angesagt.







