Grundsteinlegung an der neuen St.-Antonius-Kapelle in Rietberg-Mastholte
Glaube in Holz und Stein gehauen
Rietberg-Mastholte. „Eher fließt das Wasser im Haustenbach rückwärts, als dass hier eine Kapelle gebaut wird“, hatte ein Mitbürger vor lan-ger, langer Zeit behauptet – als in Mastholte schon einmal Pläne für die Wiedererrichtung der St.-Antonius-Kapelle heiß diskutiert, wenig später jedoch fein säuberlich zu den Akten gelegt wurden. An diese Geschichte erinnern sich die Verantwortlichen um Pastor Tadeusz Senkowski und Kapellen-Vereinsvorstand Wilfried Röhr noch heute ganz genau. Und umso mehr konnten sich jetzt alle Beteiligten darüber freuen, bei offizieller Grundsteinlegung und Kreuzeinweihung das nunmehr vorletzte Etappenziel (vor der geplanten Einweihung im Herbst) Hand in Hand erreicht zu haben.
von Stefan Niggenaber
Denn nunmehr sind die Pläne von einst Realität geworden. Fünf Meter breit, sieben Meter lang und stilecht in westfälischem Fachwerk mit gut elf Meter hohem Kreuzturm: So zieht die St.-Antonius-Kapelle mittlerweile die Blicke der Vorbeifahrenden und Fußgänger nahezu automatisch auf sich. Verantwortlich dafür zeichnen neben Spendern auch unzählige helfende Hände, die sich seit dem ersten Spatenstich im Oktober 2009 in den Dienst der guten Sache stellen.
Natürlich habe niemand so richtig wissen können, wie die Original-Kapelle damals ausgesehen habe, erklärt Roswitha Röhr, Gattin des Vorsitzenden. „Wir wissen nur, dass sie ziemlich niedrig und dunkel gewesen sein muss, wahrscheinlich auch in der historisch-traditionellen Fachwerk-Optik wie es für unsere Region üblich war.“
Außerdem habe die alte Kapelle der Legende nach wohl über einen „sehr schönen Altar“ verfügt. Was habe da nähergelegen, die Eigenschaften von einst mit modernen Bauelementen zu kombinieren, fragt Roswitha Röhr rheto-risch.
Da gelte vor allem Architekt Stefan Kückmann ein großes Kompliment. Nicht unerwähnt lassen möchte das Planungsteam auch das Engagement der vielen Mitstreiter. So stellte der Inhaber der benachbarten Gaststätte Wöstemeier beispielsweise den Grund und Boden, während Hubert Herbort (selbst Schreiner und aktuell einer der tatkräftigsten Kapellen-Bauer) im Dorf hinter vorgehaltener Hand nur noch „Dombaumeister“ genannt wird.
Ein Zeugnis solle die neue Kapelle künftig für die Dankbarkeit sein, sagt Roswitha Röhr, „gegenüber unseren Vorfahren, die uns den Glauben vorgelebt und weitergegeben haben“. Zur Verfügung stehen soll der kleine, aber feine solide Bau ab Herbst allen Mastholtern und Gästen, die dort beten und Gott loben wollen. Zwar liege mit den nötigen Innenausbauten noch ein weiter Weg vor allen Mitstreitern. Und dennoch wird sich eines nach Ansicht von Pastor Tadeusz Senkowski wohl nicht mehr realisieren lassen: dass der Haustenbach künftig doch noch rückwärts fließt.







