Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die KAB Altenbeken wächst auch im 100. Jahr ihres Bestehens

Gesellschaftlicher Aktivposten

Mit einem Festgottesdienst, den Weihbischof Matthias König (Mitte) zelebrierte, feierte die KAB Altenbeken ihr 100-jähriges Bestehen (v. l.): Diakon Hans-Josef Fabritz (hinten), der KAB-Vorsitzende Joachim Lachenicht, Weihbischof König und KAB-Präses Bernhard Henneke vor der Heilig-Kreuz-Kirche in Altenbeken. Foto: Götte

Altenbeken. Viele Prominente aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben sich bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Altenbeken im Verlauf der Jahre die Klinke in die Hand gegeben. So manche Bildungsveranstaltung ging im Pfarrzentrum über die Bühne. Und so manche Glaubensfrage wurde heiß diskutiert. Auch 100 Jahre nach ihrer Gründung ist die KAB in der Eggegemeinde aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken und gerade in Krisenzeiten wichtiger denn je. Darin waren sich bei der Festveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen alle Beteiligten einig.

von Andreas Götte

Zusammen mit dem Paderborner Weihbischof Matthias König, der in der Heilig-Kreuz-Pfarrkirche ein festliches Hochamt zelebrierte, und vielen Gästen und Freunden aus Politik, Wirtschaft und Kirche feierte die KAB ihre lange, aber nicht immer einfache Erfolgsgeschichte.
Gerade in Zeiten zunehmender Verarmung und leerer Kirchen hat die KAB mit ihrer berufspolitischen und sozialen Ausrichtung und dem Einsatz für die Arbeitswelt mehr Gewicht denn je. In Altenbeken zeigt sich das ganz konkret an der steigenden Zahl der Eintritte. So ist nach Angaben des Vorsitzenden Joachim Lachenicht die Zahl der Mitglieder in den vergangenen Jahren um mehr als die Hälfte auf nunmehr 110 verdoppelt worden. „Wir müssen die Lebensqualität von Arbeitslosen und Leiharbeitern verbessern und uns für alle Hilfsbedürftigen in der Welt öffnen“, forderte der 70-Jährige die rund 140 Gäste im Pfarrzentrum auf.
Unterstützt wird der frühere Leiter der Sparkasse in seiner Vorstandarbeit vom zweiten Vorsitzenden Konrad Dirksmeyer, der ersten Schriftführerin Ursula Thiele, der zweiten Schriftführerin Erika Freitag, und den beiden Kassierern Markus Löhle und Anni Niggemann.
Mit monatlichen Veranstaltungen und diversen Bildungsabenden mit renommierten Referenten und Studienfahrten ist die KAB seit langem ein gesellschaftlicher Aktivposten in Altenbeken. Das lobte auch Altenbekens Bürgermeister Hans Jürgen Wessels. Die KAB sei auch nach 100 Jahren noch sehr aktiv und leiste wichtige Beiträge zum gesellschaftlichen Leben.
Viel Lob für das Geburtstagskind gab es auch von der KAB-Vorsitzenden des Bezirksverbandes Paderborn/Höxter. „Die Kirche hat erst allmählich begriffen, dass in Not geratenen Menschen allein mit familiärer Unterstützung nicht geholfen werden kann“, sagte Magdalena Brieden. Die KAB in Altenbeken habe sich stets als ein verlässlicher Partner erwiesen. Diese Idee werde nicht untergehen.
Glückwünsche gab es auch vom zweiten katholischen Verband im Eggeort. Der Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Michael Rabke, betonte die gemeinsamen Wurzeln in Altenbeken. „Im Pastoralverbund Egge wird es immer Platz für zwei Verbände geben“, ist sich Rabke sicher.
Weihbischof König vertei­digte angesichts des Rückgangs von Kirchenpersonal und Gläubigen die Reduzierung der Zahl der Pastoralverbünde. „Die Veränderungen sind eine Herausforderung, aber wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen“, erklärte der Weihbischof in seiner Festrede. So werde es auf längere Sicht auch an der Egge einen einzigen großen Pastoralverbund geben. Nach der Umstrukturierung soll es insgesamt nur noch 80 bis 90 dieser pastoralen Einheiten geben gegenüber jetzt noch 213 Pastoralverbünden (Der DOM berichtete mehrfach).
Die KAB Altenbeken hat ihre Wurzeln im 1909 gegründeten Josefs-Verein. Der katholische Männerverein war zunächst ein rein örtlicher Verein ohne Bindung an den Westdeutschen KAB-Verband in Köln. Die Eingliederung des katholischen Männervereins St. Josef erfolgte erst 1946. In den Jahren danach übernahm die KAB in Altenbeken weitgehend Aufgaben, die heute ein Pfarrgemeinderat wahrnimmt. Auf dem Programm standen und stehen die Erwachsenenbildung, Glaubensfragen, die sich aus den Beschlüssen des Konzils ergaben und eine Neuorientierung der Kirche betreffen.


23.05.2012
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