Christlich-Sozialwissenschaftlicher Arbeitskreis besteht seit 25 Jahren
Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert

- Jubiläumstagung des Christlich-Sozialwissenschaftlichen Arbeitskreises der Kommende Dortmund in der Katholischen Akademie Schwerte (v. l.): Erzbischof Hans-Josef Becker, Prof. Dr. Notburga Ott, Prof. Dr. Peter Schallenberg, Vorsitzender des Sozialwissenschaftlichen Arbeitskreises und Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Kommende Dortmund.Foto: pdp
Dortmund (pdp). Seit 25 Jahren gibt es an der Kommende Dortmund, dem Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, den Sozialwissenschaftlichen Arbeitskreis. Einmal im Jahr erörtert das Wissenschaftlergremium aktuelle Fragen der Sozial- und Wirtschaftspolitik im Beisein des Paderborner Erzbischofs.
Die internationale Finanzmarktkrise sowie die soziale Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert waren Themen der Jubiläumstagung in der Katholischen Akademie Schwerte stattfand.
Erzbischof Hans-Josef Becker erinnerte dabei an die Anfänge des Arbeitskreises: „Der Tellerrand des philosophisch-theologischen Denkens sollte und soll überwunden werden; der Mensch mit seinen vielfältigen Fragen, Problemen und Lebensthemen umfassend und ohne ideologische Scheuklappen in den Blick kommen.“
Der Arbeitskreis habe immer wieder Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit aktuellen Fragen und Problemen benannt und in den öffentlichen Diskurs gebracht. Dabei gehe es nicht um kurzfristigen Pragmatismus, sondern um „entschiedenes Handeln aus gläubiger Verantwortung“.
Prof. Dr. Notburga Ott (Bochum) hielt in Schwerte den Festvortrag in dem sie zu den Auswirkungen der Globalisierung auf die soziale Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert Stellung nahm. Die Krise des Sozialstaates führte Ott dabei auf eine ungleiche Entwicklung zwischen nationalem Sozialstaat und globaler Ökonomie zurück.
Sozialpolitik sei noch weitgehend ein nach innen gerichtetes Konzept für eine klar definierte Gemeinschaft in der das Geben und Nehmen geregelt werde. Immer mehr Menschen könnten sich aber dem Geben entziehen, in dem sie ihr Geld im Ausland verdienten. Mit der Globalisierung komme es, so Ott, zu einer „Auflösung der nationalgesellschaftlichen Grenzen“. In der Folge fehle es dem Staat an Möglichkeiten, gerade die leistungsstarken Teile der Gesellschaft an der Finanzierung der sozialen Aufgaben zu beteiligen. Als eine künftige Gestaltungsmöglichkeit schlug Notburga Ott die Einführung eines „Herkunftslandprinzips“ innerhalb der Europäischen Union vor. Dabei bleibe jeder dem Land gegenüber verantwortlich, dessen soziale Leistungen er einmal genutzt hat, beispielsweise in Form einer kostenlosen Ausbildung.






