Aktuelle Ausgabe
2010-36

Empfang für muslimische Dialogpartner in der Katholischen Akademie Schwerte

Gemeinsam voneinander lernen

Christlich-muslimischer Dialog (vorne v.l.): Erzbischof Hans-Josef Becker, Ali Kizilkaya (Islamrat der Bundesrepublik Deutschland), Rafet Öztürk (Türksich-Islamische Union) und Yakup Tufan (Zentralrat der Muslime). Hinten: Seyfi Ögütlü (Verband der Islamischen Kulturzentren) Pastor Dr. Markus Kneer (Ansprechpartner für Fragen des Islam) und Rabeya Müller (Institut für interreligiöse Pädagogik und Didaktik). Foto: pdp

Schwerte (pdp). Erzbischof Hans-Josef Becker hat die Bemühungen begrüßt, in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen Islamischen Religionsunterricht und Islamische Theologie in Schule und Hochschule zu etablieren. Religiöse Überlieferung und kulturelles Erbe dürfe nicht als Gegensatz zum Leben in einer modernen Gesellschaft wahrgenommen werden. 

„Zu unserem Verständnis von Religionsfreiheit gehört auch das Recht auf Religionsunterricht in der Schule. Ich begrüße es daher, wenn der Islamische Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen auf dem Fundament des Grundgesetzes und der entsprechenden Landesgesetze eingeführt wird“, erklärte Erzbischof Becker. Grundlage dabei sei eine Kooperation von Religionsgemeinschaft und Staat in der Erstellung des Lehrplans, der Lehrziele und bei der Durchführung des Religionsunterrichts. Wenn es der Unterstützung und Förderung bedürfe, werde er sich auch als Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz dafür einsetzen. 

Darüber hinaus meinte der Erzbischof, dass mehr muslimische Kinder an katholischen Schulen eine Bereicherung sein könnten: „Sollten wir nicht vermehrt muslimische Schülerinnen und Schüler einladen, damit sie (christliche und muslimische Schüler) einander kennen lernen und – auch in ihren religiösen und kulturellen Gewohnheiten – voneinander lernen könnten?“

Das Lernen miteinander und das Bezeugen des eigenen Glaubens voreinander könne der erste Schritt für ein gutes und friedvolles Zusammenleben der nächsten Generation der Dialogpartnerinnen und -partner in unserer Gesellschaft sein.

Der Erzbischof sprach bei einem Empfang der fünf nordrhein-westfälischen Bistümer Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn für ihre Partner im christlich-islamischen Dialog, Vertreter der muslimischen Verbände sowie im Dialog engagierte Männer und Frauen in der Katholischen Akademie Schwerte. Gastgeber des seit 2003 in jährlichem Wechsel ausgerichteten Empfangs war in diesem Jahr das Erzbistum Paderborn. 

„Sie ermöglichen als haupt- und ehrenamtliche Dialogpartner die friedliche und verständnisvolle Begegnung zwischen Menschen unserer Religionen und tragen damit zu einem guten interreligiösen Klima in unserem Land bei“, würdigte Becker das Engagement der Anwesenden.

 


07.09.2010
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