Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Geh hin und tu des Gleichen

Am vergangenen Wochenende wurde in Duisburg eine der größten Moscheen in Deutschland eröffnet. Dabei gleichzeitig eine Begegnungsstätte. Alles ist nach Presseberichten im Gegensatz zu den Kölner Plänen unaufgeregt verlaufen. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers lobte das Projekt als beispielgebend und forderte dazu auf, mehr Moscheen in Deutschland zu bauen. 

Gerd Vieler (52) ist
Chef vom Dienst des DOM

„Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“, heißt es im Johannesevangelium beim Bericht über die Fußwaschung.
Gleiches sollte auch den Muslimen ins Stammbuch geschrieben werden, die jetzt in Duisburg ihre große Moschee eröffnet haben.
Natürlich ist gerade der türkisch geprägte Islam vor allem auch eine nationale Kulturinstitution und vielleicht nicht repräsentativ für den gesamten Islam. Dennoch ist auch diese Moschee Teil der islamischen Großreligion wie auch trotz aller Unterschiede von „den Christen“ gesprochen wird.
Ein solches, offensichtlich gelungenes Beispiel von Toleranzbemühungen sollte auf der anderen Seite auch zu tolerantem Verhalten gegen­über Christen in muslimischen Ländern führen. Eine solche Forderung ist nicht neu. Sollte aber aus gegebenem Anlass noch einmal wiederholt werden. Denn in manchen islamisch geprägten Ländern führt noch der Besitz einer Bibel zur Strafverfolgung. Einen Muslim zum Christentum zu bekehren ist gar ein todeswürdiges Verbrechen. Ebenso ist es in einigen Ländern noch nicht einmal möglich, einen Schweinestall zu bauen, geschweige denn eine Kirche.


23.05.2012
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