Schüler des Brakeler Berufskollegs Brede bekennen sich zum friedlichen Dialog
Gegen Gewalt und Rassismus
Brakel. Es ist eine besondere Auszeichung: Das Berufskolleg Brede in Brakel, eine Schule in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn, hat den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-SMC) und zudem mit Erzbischof Hans-Josef Becker einen prominenten Paten erhalten.
von Josef Köhne
Die entsprechende Urkunde und ein Schild für den Eingangsbereich der Schule überreichte die Leiterin der „Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien“ (RAA) Bielefeld, Gabriele Sonnenberg.
Während eines von den Schülern des Berufskollegs vorbereiteten Festaktes lobte sie deren Professionalität und Einsatz. „Das was ich hier gesehen und gehört habe, hat mich beeindruckt und tief bewegt“, sagte sie in Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten aus Kirche, Schule, Politik und Wirtschaft. Der Titel SOR-SMC ist laut Gabriele Sonnenberg „kein Geschenk, sondern eine hart erarbeitete Auszeichnung“, die es immer wieder zu erneuern gelte.
Erzbischof Hans-Josef Becker zeigte sich vom Anti-Gewalt-Projekt der Klasse 12 G des Berufskollegs Brede ebenfalls berührt. „Ich übernehme die Patenschaft sehr gerne und bin ein wenig stolz auf die Schule, deren Träger ich bin“, sagte er in seiner Festansprache. Mit ihrer Initiative gegen Gewalt, Rassismus und Diskriminierung handelten Schüler und Lehrer in einem christlichen Geist, der menschenfreundlich geprägt sei. Was das bedeute zeige sich im alltäglichen Umgang mit Menschen anderer Rassen, anderen Glaubens und anderer Kulturen. „Ich möchte Sie ermutigen, sich dieser Verantwortung immer wieder neu zu stellen. Dabei wünsche ich Ihnen und Euch für das Erreichen der selbst gesteckten Ziele viel Erfolg und Gottes Segen“, sagte Becker. Der Erzbischof ist laut Schulleiter Georg Moritz der erste katholische Würdenträger in der langen Liste der SOR-SMC-Paten.
Um den Titel SOR-SMC zu bekommen, hatten die Schüler eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen. So waren etwa von mehr als 70 Prozent aller direkten Angehörigen der Schule (Schüler, Lehrer, Sozialpädagogen, Sekretärinnen, und Hausmeister) Unterschriften zu sammeln, mit denen diese sich für das Projekt und gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung aussprechen. In Brakel erreichten die von der Geschichtslehrerin Hiltrud Niebecker auf den Weg gebrachten Schüler eine Quote von 89 Prozent.
Schulleiter Georg Moritz, der an den für seine Zivilcourage von Jugendlichen zu Tode geprügelten Dominik Brunner erinnerte, mahnte angesichts der hohen Beteiligung zur Wachsamkeit in den eigenen Reihen. „Es darf nie wieder vorkommen, dass sich jemand bei mir beklagt, weil er von der Klasse ausgegrenzt wird. Das passt mit dieser Schule nicht mehr zusammen.“
Die stellvertretende Landrätin des Kreises Höxter erinnerte daran, dass der Widerstand gegen Unrecht und Gewalt an den Schulen des Klosters Brede Tradition habe. „Hier hat man auch unter Hitler Flagge gezeigt“, sagte Carola Breker.
Tief beeindruckt zeigte sich auch Brakels Bürgermeister Hermann Temme. Nach dem Festakt lobte er die Jugendlichen für deren vorbildlichen Einsatz und für das hervorragende Rahmenprogramm mit anspruchsvollen Texten sowie der dem feierlichen Anlass angemessenen Musik. „Diese Jugendlichen geben uns Hoffnung“, sagte Temme.







