Aktuelle Ausgabe
2012-20

Paderborner St.-Vincenz-Krankenhaus wird bis 2012 um 160 Betten erweitert

Entlastung für Patienten und Geldbörse

Stellten die Pläne vor der künftigen Baustelle des St.-Vincenz-Krankenhauses vor (v. l.): Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Düllings, Architekt Andreas Breithaupt, Technischer Leiter Norbert Linnebank, Geschäftsführer Johannes Westermann, Geschäftsführerin Schwester Katharina Mock und Ärztlicher Direktor Dr. Wolfgang Krings.Foto: Jonas
Das Haupthaus des St.-Vincenz-Krankenhauses Am Busdorf wird um 12 000 Quadratmeter erweitert, die Krankenpflegeschule (weißer Komplex rechts) dafür abgerissen.Foto: Vieler

Paderborn. Eine steigende Zahl älterer Patienten, zunehmende Überbelegung in den Zimmern: Die St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH reagiert darauf mit einem Anbau an das Haupthaus in der Paderborner Innenstadt. Ab Anfang 2010 rollen die Bagger, um das „Haus 1“ Am Busdorf von 300 Betten auf 460 Betten aufzustocken. Zuvor wird die Krankenpflegeschule abgerissen, um Platz für den Anbau zu machen. 19 Millionen Euro investiert die Krankenhausgesellschaft der Vincentinerinnen.

von Markus Jonas

2012 soll der voluminöse Anbau mit einer Fläche von knapp 12 000 Quadratmetern fertig sein. Dann wird der gesamte Krankenhausbetrieb von „Haus 2“ aus dem Landeshospital an der Kisau in das Haupthaus verlegt, das Landeshospital, das sonst für Millionenbeträge hätte saniert werden müssen, geschlossen. „Eine Entlastung für die Patienten, die für viele Untersuchungen zum Haupthaus transportiert werden müssen“, sagte Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Düllings. Außerdem werden Kosten gespart: Auf 700 000 Euro im Jahr beziffert der Kaufmännische Geschäftsführer des St.-Vincenz-Krankenhauses, Johannes Westermann, die Kostenentlastung durch geringere Personalkosten, Wegfall von Energie-, Instandhaltungs- und vor allem Transportkosten: Ein wichtiger Grund für die Investition, die die GmbH zunächst ohne die Hilfe des Landes selbst finanziert. „Bei einer im Krankenhausbereich eher kurzen Abschreibungsdauer von 20 Jahren werden so allein durch Kosteneinsparungen schon rund 14 Millionen der Baumaßnahme gegenfinanziert“, rechnet Westermann vor. Was mit dem Landeshospital nach der Schließung passiert, ist noch offen. Das müsse noch zwischen St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH und der Kongregation der Vincentinerinnen diskutiert werden, sagte Düllings.
Für den Anbau wird das aus den 60er-Jahren stammende Gebäude der Krankenpflegeschule abgerissen. Nach der Sommerpause werde die ehemalige Begegnungsstätte des St.-Vincenz-Altenzentrums hergerichtet, damit dort der Schulbetrieb durchgeführt werden könne, sagte Geschäftsführerin Schwester Katharina Mock. Bereits am 1. Oktober starte dort der neue Kurs. Das Begegnungszentrum sei nur noch wenig genutzt worden und passe nicht mehr ins Konzept, sagte Geschäftsführer Johannes Westermann. Für die Krankenpflegeschule sei der Umzug eine Verbesserung.
Die Erweiterung um 160 Betten nutzen die Verantwortlichen auch, um die prekäre Parkplatzsituation am Krankenhaus zu entspannen. „Für viele Patienten und Besucher waren die kaum verfügbaren Parkplätze immer wieder ein Ärgernis, das wir jetzt beseitigen können“, sagte der Technische Leiter, Norbert Linnebank. Drei Parkdecks mit insgesamt 150 Parkplätzen erhöhen die Gesamtkapazität auf 250 Plätze.
Mit dem Neubau wird das Leistungsspektrum erweitert: So wird unter anderem eine Gefäßchirurgie mit 30 Betten eingerichtet, wie auch eine neue „Komfortstation“ mit 20 Betten, wo Patienten über Zuzahlungen eine gehobenere Unterbringungs-Qualität etwa im Einzelzimmer buchen können.
Eine Baugenehmigung liege noch nicht vor, zwei Drittel eines umfangreichen Fragenkatalogs seien aber bereits geklärt, sagte Düllings.


22.05.2012
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